Enchiladas und Heimweh

Statt wie geplant in den hohen Norden Europas hat es Vanessa nach ihrem Abitur nach Zentralmexiko verschlagen. Dort studiert sie Soziale Arbeit im IUBH Fernstudium, um sich eine berufliche Zukunft in Deutschland aufzubauen.

Mein Name ist Vanessa und ich bin gebürtige Hannoveranerin. Hätte mir jemand vor zwei Jahren erzählt, dass ich heute in Mexiko leben und arbeiten würde, hätte ich ihn vermutlich für verrückt gehalten. Jetzt lebe ich in Aguascalientes, einer Stadt in Zentralmexiko mit knapp 725.000 Einwohnern.

Mexiko

Auf ins Abenteuer Mexiko

Nach meinem Abitur im Jahr 2017, nur einige Monate bevor ich nach Mexiko zog, plante ich ein Jahr als Au-pair in Dänemark oder Schweden. Doch dann kam alles anders: Ich lernte in Hannover einen mexikanischen Austauschstudenten kennen – meinen heutigen Freund. Bekannte aus Mexiko boten mir daraufhin einen Job in seinem Geburtsland an. Dort sollte ich Mädchen und Jungen im Kindergarten spielerisch die deutsche Sprache beibringen und sie betreuen. Ich entschloss mich, das Abenteuer zu wagen, und zog im Dezember 2017 nach Zacatecas, wo ich nur wenige Tage später zu arbeiten begann. Mir gefiel der Job sehr gut und es machte mir Spaß mit anzusehen, wie schnell die Kinder die neu erlernten deutschen Begriffe in ihren Sprachgebrauch integrierten.

Die mexikanische Kultur finde ich sehr interessant und mich verblüfft es, wie unterschiedlich und vielfältig das Land ist. Während in Zacatecas zum Beispiel ein Wüstenklima herrscht und es für mexikanische Verhältnisse eher kühl ist, ist es in dem nur 117 km entfernten Aguascalientes sehr warm. Ich habe mich hier gut eingewöhnt: Schnell lernte ich Einheimische kennen, von denen ich mit einigen inzwischen sehr gut befreundet bin, und entdeckte meine Begeisterung für die mexikanische Küche: Ich liebe Enchiladas!

Studium für berufliche Sicherheit

Trotz all dieser positiven Eigenschaften des Landes wusste ich, dass ich hier nicht für immer bleiben wollte. Das hat viele Gründe: Zum einen kann ich meine größte Leidenschaft, das Lateintanzen, hier nicht ausüben, da es überraschenderweise keinen einzigen Verein dafür gibt. Ich sehe meine Familie und Freunde aus der Heimat immer seltener, und das Heimweh ist einfach viel zu groß. Ich musste also einen Weg finden, der mir eine berufliche Zukunft in Deutschland absichert und bei dem ich trotzdem noch einige Zeit weiter hier leben und arbeiten konnte.

Ich wollte schon immer gerne mit Menschen arbeiten, und die Soziale Arbeit bietet sehr viele Möglichkeiten. Ich recherchierte also im Internet, wie und wo ich Soziale Arbeit studieren könnte, und stieß auf die IUBH. Mir sagten das Konzept und die Hochschule im Allgemeinen sofort zu und ich entschloss mich, dort meinen Bachelor in Sozialer Arbeit zu machen.

Im Oktober 2018 begann ich dann mit dem Studium. Unsere Rückkehr ist für Mai 2020 geplant. Mein Freund wird mitkommen und sein Studium in Deutschland beenden. Mittlerweile arbeite ich in einer anderen Firma als Übersetzerin, doch dank meines Online-Studiums und der Online-Klausuren kann ich arbeiten, reisen, studieren – und das alles wunderbar unter einen Hut bringen.