Hoch hinaus

Ihre Kleinwüchsigkeit und der Migrationshintergrund ihrer Familie spornen Chawan jeden Tag dazu an, das Beste aus sich herauszuholen und niemals aufzugeben. Mit dem Fernstudium International Management will sie beruflich durchstarten und andere Frauen inspirieren.

Mein Name ist Chawan und ich lebe im schönen Rosenheim nahe München. Als ich zwei Jahre alt war, hat meine Familie den Irak wegen des herrschenden Krieges verlassen. Wir sind nicht direkt nach Deutschland gekommen, sondern mussten oft umziehen. Grund dafür war, dass meine Schwester und ich eine sehr seltene Art der Kleinwüchsigkeit haben, die sich die Ärzte nicht erklären konnten. So suchten meine Eltern eine neue Heimat mit guten Medizinern, die uns behandeln konnten. Wir zogen erst in die Türkei, dann nach Italien und schließlich nach Deutschland. So lernte ich neben meiner Muttersprache Kurdisch auch Türkisch, Italienisch und Deutsch. Italienisch habe ich mit Beginn der Grundschule leider wieder verlernt, da ich von der Sprache kaum Gebrauch machen konnte. Dafür spreche ich zusätzlich fließend Englisch und lerne momentan Arabisch. Als wir in Deutschland unser neues Zuhause fanden, wurden wir von kompetenten Ärzten beraten und erfuhren mehr über unsere Beeinträchtigung, z.B., dass uns die Kleinwüchsigkeit körperlich nicht weiter einschränkt und nicht vererbbar ist.

Chawan hat große Pläne und will andere inspirieren

Mein eiserner Wille treibt mich an

Seit der 5. Klasse hatte ich sehr gute Noten, meine Mittlere Reife und die Ausbildung zur Industriekauffrau habe ich mit Auszeichnung abgeschlossen. Was mich antreibt? Mein eiserner Wille. Man wird oft unterschätzt: als Frau, als jemand, der kleiner ist als andere, und als jemand, der "nicht von hier" ist. Es ist schwer, aufzuwachsen und täglich beweisen zu müssen, dass man genauso viel wert ist wie die anderen, dass man genauso viel leisten kann, dass man genauso träumen darf, dass man die eigene Heimat nicht einfach so verlassen hat, sondern weil es dort nicht mehr sicher war, dass man auch Gefühle hat und dass man auch gerne unterstützt werden möchte. Am Ende des Tages will ich stolz sein auf das, was ich geleistet habe. Ich möchte mir selbst jeden Tag aufs Neue beweisen, wie viel in mir steckt und dass mich niemand davon abhalten kann, meine Träume zu leben. Aber vor allem möchte ich meinen Eltern zeigen, dass sie die richtige Entscheidung getroffen haben und ihre Heimat nicht umsonst aufgegeben haben. Wenn man viel zu verlieren hat, kämpft man umso härter.

Mit dem Fernstudium kann ich meine Träume verwirklichen

Beruflich wollte ich erst in Papas Fußstapfen treten und Ingenieurin werden. Als mir das Ingenieur-Studium im dritten Semester immer noch keinen Spaß machte, fing ich an nachzuforschen, welche Fächer mir eigentlich liegen. Ich wusste vor meiner Ausbildung schon, dass ich gerne eine Management-Position übernehmen will. Also suchte ich nach einem passenden Studiengang und stieß auf das IUBH Fernstudium International Management. An der IUBH hat mich vor allem die maximale Studienflexibilität überzeugt: Ich kann mir selbst einteilen, wann ich was mache und wie lange. So nutze ich die Zeiten, in denen ich am produktivsten bin, um zu lernen. Dadurch schaffe ich sehr viel in kurzer Zeit und kann nebenher als technische Assistentin und im Marketing arbeiten. Ich selbst hätte körperlich keine Probleme, auch auf konventionellem Wege zu studieren, aber für Menschen mit anderen Beeinträchtigungen ist ein Online-Studium natürlich eine große Chance. Ich bin froh, dass es diese Möglichkeit gibt und so alle ihren Traum vom Studium verwirklichen können. Ich persönlich träume davon, als Projektleitung für ein international agierendes Unternehmen zu arbeiten. Mir gefällt die Vorstellung, mit Menschen aus aller Welt zu kommunizieren. Aufgrund meines Migrationshintergrunds habe ich die Fähigkeit, mich in die Lage internationaler Geschäftspartner hineinzuversetzen und durch meine aufgeschlossene Art ein Gefühl der Vertrautheit zu vermitteln.

Die Kleinwüchsigkeit hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin

Das Wichtigste am Studieren: Es soll Dir Spaß machen. Und Du brauchst einen Grund, der Dich auch an schweren Tagen motivieren kann. Ich persönlich möchte in naher Zukunft eine Führungsposition übernehmen und andere Frauen dazu inspirieren, das Gleiche zu tun. Denn wir können das! Aus meiner Sicht herrschen auf Führungsebene zu viele Vorurteile gegenüber Frauen. Ich bin als kleinwüchsige Frau damit aufgewachsen, immer beweisen zu müssen, dass ich mehr kann. Doch meine Kleinwüchsigkeit hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Sie hat mich dazu bewegt, härter zu kämpfen, länger zu lernen, groß zu denken und niemals aufzugeben. Diese Motivation wünsche ich auch anderen. Wie Charlie Chaplin schon sagte: „Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.“