Immerwährender Frühling in Ruanda

Andreas gab seine Karriere als SAP-Berater für einen Job als Entwicklungshelfer in Ruanda auf. Was ihn bei seiner neuen Karriere unterstützt? Das IUBH Fernstudium.

„Hallo Muzungu, wie geht’s?“ Muzungu heißt in den meisten ostafrikanischen Sprachen „Weißer“. Hier in Ruanda zieht man das Interesse als Europäer immer auf sich. Und man muss Geduld und ein gewisses Verhandlungsgeschick nach Afrika mitbringen. Aber in den kommenden Jahren wird sich hier eine breite Mittelschicht mit hohem Konsum entwickeln. Daher bietet es Potenzial für viele Geschäftsideen.

Mich hat es nach Ruanda verschlagen. Ruanda, das Land der 1.000 Hügel, das Land des immerwährenden Frühlings. Das beschreibt es sehr schön: fruchtbare, sattgrüne Hügel, soweit das Auge reicht. Manchmal schmiegt sich ein See liebevoll um die Hügel. Gute Infrastruktur. Eines der sichersten Länder weltweit. Und angenehme, frühsommerliche Temperaturen – das ganze Jahr. Das ist Ruanda. Für mich ein absoluter Reisetipp, wenn man ein Einstiegsland für Afrika sucht.

Canopy Walk
Canopy Walk

Vom Wirtschaftsinformatiker zum Entwicklungshelfer

Ich bin 37, verheiratet und in Nürnberg geboren. Arbeiten in Ruanda – das hätte ich mir vor gut zehn Jahren nicht vorstellen können. Ich hatte mein Studium als Wirtschaftsinformatiker abgeschlossen und war erfolgreich dabei, mir meine Zukunft als SAP-Berater aufzubauen. Damals reiste ich das erste Mal in tropischere Gefilde, nämlich nach Mexiko. Meine Liebe zu den lateinamerikanischen und afrikanischen Kontinenten begann – und ließ mich nicht mehr los.

Aber ich lernte auch Elend und bittere Armut kennen. Ich wollte daran etwas ändern und helfen. Deswegen absolvierte ich von 2012 bis 2014 berufsbegleitend einen Master in nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit. In meinem Urlaub machte ich verschiedene Praktika in Südafrika und Mexiko, z.B. für SOS Kinderdörfer.

Zu Ende meines Studiums weckte Ruanda mein besonderes Interesse: 1994 der Schauplatz eines brutalen Völkermordes, der eine Million Menschenleben in nur 100 Tagen kostete. In den letzten 25 Jahren entwickelte sich dieses Land zu einem Leuchtturm des Wachstums, der Sicherheit und Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent. Deshalb entschied ich mich Anfang 2014 dafür, meine Abschlussarbeit in Ruanda zu schreiben. Ich verließ meinen damaligen Arbeitgeber und machte mich für drei Monate auf nach Ruanda.

Dieser Einblick in die Entwicklungszusammenarbeit erfüllte mich so sehr, dass ich nicht wieder zurück in die IT-Beratung wollte. Stattdessen begann ich Ende 2014 die Position als Büro- und Projektleiter für ein Berufsbildungsprojekt in Ruanda. Ziel des Projektes ist es, die duale Ausbildung in ausgewählten Berufen aufzubauen.

Lebenslanges Lernen: IUBH-Fernstudium eröffnet neue Möglichkeiten

Diese berufliche Veränderung veranschaulichte mir, dass man sich immer wieder neu erfinden kann und wie wichtig lebenslanges Lernen ist. Mein Projekt in Ruanda ist relativ klein. Die Leitungsaufgaben gefallen mir. Da ich mir langfristig vorstellen kann, ein größeres Projekt zu leiten, wollte ich mich nochmals neu erfinden und dafür qualifizieren. Dafür begann ich Ende 2018 das Studium des Master of Business Administration an der IUBH.

Unsere traditionelle Hochzeit
Unsere traditionelle Hochzeit

Das Fernstudium der IUBH ist super und passt perfekt in meinen Alltag. Ich versuche, neben den Wochenenden, jeden Morgen eine halbe Stunde fürs Studium zu machen. Alles geht online: Download der Skripte, Podcasts und Präsentationen, Fragen und Antworten sowie die Klausuren. Wobei letzteres eine echte Herausforderung ist: Das Online-Klausur-System der IUBH ist klasse, allerdings ist in Ostafrika die Internetverbindung noch brüchig und es kann zu Stromausfällen kommen. Deswegen versuche ich jedes Mal, schnellstmöglich fertig zu werden, um nicht wegen einer Unterbrechung des Netzwerkes durchzufallen.

Afrikanische Liebesgeschichte, neue Freundschaften und Sehnsucht nach deutschem Essen

Aber Ruanda veränderte nicht nur mein Arbeitsleben. Hier lernte ich neue Freunde kennen, ruandische, aber auch deutsche. Es gibt hier eine große deutsche Community, unter anderem zwei deutsche Bäcker und Metzger. Und ich lernte hier ich auch meine große Liebe kennen und heiratete sie 2016: eine Zahnärztin aus dem Nachbarland Uganda.

Was ich am meisten aus Deutschland vermisse? Natürlich Familie und Freunde. Deswegen werden meine Frau und ich zukünftig mit einem Bein hier stehen, mit dem anderen in Deutschland. Was mir noch fehlt, sind deutsche Supermärkte – so viel Auswahl, so viel, das man hier schwer findet: Schokolade, verschiedene Arten von Käse und Wurst. Unser zweites Paradies, neben Ostafrika!