Mit Anlauf durchs Studium

Ein Comeback, das sich sehen lassen kann: Über ein Jahr war Leichtathletin Tanja Spill verletzt, dann kam Corona – und nun hat sich die IUBH Studentin den Titel als Deutsche Vize-Meisterin über 800 Meter der Frauen geholt. Im Interview spricht Tanja über Erfolge und Rückschläge im Sport sowie ihr Masterstudium Marketingmanagement. (© Dirk Fusswinkel)

Liebe Tanja, erst einmal herzlichen Glückwunsch! Nach einer längeren Zwangspause hast Du Dir gerade erst den Titel als Deutsche Vize-Meisterin im 800 Meter-Lauf geholt. Wie fühlt sich das an, "back im game" zu sein? 

Tanja Spill: Vielen Dank! Es ist tatsächlich eine der emotionalsten Medaillen in meiner Karriere. Ich habe in den letzten zwei Jahren so viel investiert, um irgendwie wieder zurück zu alter Form zu finden und zur nationalen Spitze zu gehören. Leider musste ich dabei immer Rückschläge einstecken, weiterkämpfen und mich in Geduld üben. Lange Zeit habe ich nicht mehr dran geglaubt, nochmal dort anzukommen – und jetzt kann ich sagen: Ich bin zurück! Diese Medaille ist der Lohn für die harte Arbeit der letzten Zeit. 

Tanja mit Ihrem Trainer Willi Jungbluth und ihrem Freund Fabian
Tanja mit ihrem Trainer Willi Jungbluth und ihrem Freund Fabian

Wann und wie bist Du zur Leichtathletik gekommen? Was begeistert Dich daran? 

Tanja Spill: Zur Leichtathletik kam ich 2002 im Alter von sieben Jahren. Davor habe ich Schwimmen und Turnen ausprobiert, doch das lag mir beides nicht so recht. Was mich an der Leichtathletik besonders begeistert? Obwohl sie eine Individualsportart ist, zeichnet sich die Leichtathletik durch einen familiären Charakter aus. Das Team um mich herum ist ausschlaggebend für meine persönliche Leistung. Speziell an der Mittelstrecke reizt mich der Wettstreit mit der Konkurrenz um den Sieg sowie der stetige Versuch, meine individuelle Leistungsgrenze weiter nach oben zu verschieben.   

Was war der schönste Moment in Deiner bisherigen sportlichen Karriere? 

Tanja: Neben meiner Auszeichnung zur Deutschen Vize-Meisterin am 9. August war der bisher schönste Tag in meiner Karriere der 8. Juli 2016. An diesem Tag bin ich zusammen mit Konstanze Klosterhalfen meine aktuelle Bestzeit von 2:01,63 Minuten gelaufen und habe damit um nur 13 Hundertstel die Olympia-Qualifikationsleistung für Rio verpasst. Mit dieser Zeit konnte ich mich langfristig in der deutschen Mittelstreckenspitze etablieren.  

Du hast den B.A. Sportmanagement und -kommunikation an der Deutschen Sporthochschule in Köln absolviert. Was waren Deine Beweggründe, einen Master draufzusetzen? Und wieso hast Du Dich für ein Fernstudium an der IUBH entschieden? 

Tanja: Da ich mich weiter spezialisieren und noch tiefere Einblicke ins Marketing gewinnen wollte, habe ich mich dazu entschieden, noch einen Master zu machen. Meine Wahl fiel auf den M.A. Marketingmanagement an der IUBH, weil für mich nur ein Fernstudium infrage kam und dieser Studiengang die ideale Ergänzung zu meinem B.A. in Sportmanagement und -kommunikation ist. Ich habe ganz bewusst einen Master außerhalb des Sportsektors gewählt, um für meine berufliche Zukunft breiter aufgestellt zu sein.  

Dank des flexiblen Modells der IUBH habe ich die Möglichkeit, in meinem individuellen Tempo zu lernen und mein Studium nach meinen Trainingszeiten und Wettkampfphasen auszurichten. Insbesondere die Möglichkeit, Prüfungen 24/7 online ablegen zu können, kommt mir als Leistungssportlerin sehr entgegen. Auch wenn ich mich mal für eine längere Zeit im Trainingslager bin, habe ich so die Chance, Klausuren zu schreiben und mein Studium voranzubringen.

"Man darf sein Ziel nie aus den Augen verlieren!"
"Man darf sein Ziel nie aus den Augen verlieren!"

Hast Du einen persönlichen Motivationstipp, wie man trotz Rückschlägen dranbleibt – egal ob im Sport, im Job oder am Studium? 

Tanja: Was ich über die Zeit gelernt habe, ist, dass man sein Ziel nie aus den Augen verlieren darf. Mir auf dem Weg dorthin Zwischenziele zu setzen, hilft dabei, auf dem richtigen Kurs zu bleiben. Rückschläge sind total menschlich und gehören einfach dazu. Wenn Du es schaffst, Deine Rückschläge als Neustart zu interpretieren, wirst Du noch stärker zurückkommen und kannst Dich selbst übertreffen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung!  

Welche Ziele möchtest Du als nächstes erreichen – sportlich und studientechnisch? Wie stellst Du Dir Deine berufliche Zukunft vor? 

Tanja: Sportlich gesehen ist mein nächstes Ziel, endlich mal über eine längere Zeit hinweg verletzungsfrei trainieren zu können. Wenn das klappen sollte, dann ist mein großes Ziel die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2021.  

Studientechnisch möchte ich mit meinem Master weiterkommen und die Möglichkeit nutzen, mich auf meine berufliche Karriere vorzubereiten. Mein Traum wäre ein Job im Bereich des Sportmarketings. Wohin mich mein Weg genau führen wird, ist noch offen.