„Muddi, was studierst du nochmal?“

Sonja erfüllt sich im Alter von 53 Jahren mit einem Fernstudium im Fach Wirtschaftspsychologie ihren Traum vom akademischen Abschluss an der IUBH. Da sind nicht nur ihre drei Kinder mächtig stolz auf sie …

Nach meinem Abitur 1985 war für mich der einzige und größte Wunsch, eine Ausbildung zu machen und ab ins Ausland zu gehen, um die Welt zu erkunden. Diesen Wunsch habe ich mir damals erfüllt. Erst mit fortgeschrittenem Alter und wachsenden Berufsjahren kam in mir das Gefühl auf, unter meinen Möglichkeiten geblieben zu sein. Es entwickelte sich eine Sehnsucht, doch noch ein Studium zu absolvieren. Aus beruflichen und familiären Gründen kam für mich nur ein Fernstudium infrage. Als meine drei Kinder noch klein waren, war das Angebot an Fernstudiengängen in Deutschland leider recht begrenzt. Anfang der 90er Jahre habe ich dann eine erweiternde Fernschulberufsausbildung als Werbeberaterin gemacht. Im Nachhinein quasi ein Stresstest, ob ich in der Lage bin, mich selbst zu motivieren. Kein Problem: Den Kurs habe ich mit Bravour gemeistert. Bevor es mit einem „richtigen“ Studium weitergehen konnte, stand aber erst einmal viele Jahre die Bildung meiner Kinder im Fokus.

Jetzt oder nie

2018 fügten sich dann mehrere Dinge: Bei meinen Kindern zeichnete sich das Ende der Schulzeit ab. Ich hatte privat und beruflich das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Eine ältere Verwandte erzählte mir, dass sie erfolgreich ein BWL-Fernstudium gemeistert hat. Plötzlich hatte ich dieses „Jetzt oder nie“-Gefühl, als durch Zufall – oder Schicksal – eine Werbung der IUHB im Netz aufploppte: „Studieren komplett ohne Präsenz.“ Das klang ideal! Der Studiengang Wirtschaftspsychologie hat mich direkt angesprochen, weil er eine perfekte Ergänzung zu meinem jetzigen Tätigkeitsfeld bietet. Als Prokuristin in einem mittelständischen Medienunternehmen wurde mir in den letzten Jahren immer klarer, wie wichtig gute Mitarbeiterführung ist. Der Bewerbermangel macht auch vor der einst so begehrten Medienbranche keinen Halt mehr. Wirtschaftspsychologie ist der perfekte Baustein, um meine Kompetenzen im Umgang mit Mitarbeitern zu schulen. Ich mache das Studium vorwiegend für mich und meine persönliche Entwicklung – es ist mehr Hobby als Beruf. Obwohl meine Firma mich finanziell unterstützt hätte, möchte ich das Studium aus eigener Tasche bezahlen. Der Grund: Ganz ohne Druck und nur in meinem persönlichen Tempo möchte ich studieren. Momentan macht es mir so viel Spaß, neue Dinge zu lernen und meinen Horizont zu erweitern, dass ich hoffentlich schneller fertig werde als im angestrebten 72-Monatsmodell.

In der Wissenschaft wird auch nur mit Wasser gekocht

Da mir das Studieren viel Freude bereitet, fällt es nicht schwer, am Wochenende oder abends zu lernen. Ich habe schon immer gerne autodidaktisch gelernt, besonders in jungen Jahren. Damals bin ich ins Ausland gegangen und habe mir per Tageszeitung und gekauften Lehrbüchern selbst Portugiesisch beigebracht. Ich scheine eine Menge „intrinsischer“ (frisch gelernt) Motivation zu besitzen. Aber natürlich gab es gerade am Anfang des Studiums auch Momente, in denen ich dachte, ich hätte mich total überschätzt. Nach fast 30 Jahren Werbesprache, in der alles kurz und knackig formuliert ist, empfand ich die Sprache der Wissenschaft als unverständlich und verwirrend. So langsam verstehe ich, dass auch hier nur mit Wasser gekocht wird – und Begriffe wie „empirisch“, „intrinsisch“, „external“ und „attribuieren“ gehören zu meinem neuen Vokabular. Wenn ich verreise, mit der Bahn fahre oder beim Arzt warten muss, ist mein Studienskript immer mit dabei. So kann ich jede spontane Möglichkeit nutzen, um zu lesen, zu lernen und zu wiederholen. Zur Erfolgskontrolle notiere ich meine täglichen Lernzeiten, damit ich ein Gefühl dafür bekomme, was ich in der Woche so schaffe.

Klausuren online schreiben ist so easy wie Shoppen bei Amazon

Was ich besonders am IUBH Fernstudium schätze, ist die totale Flexibilität. Die Möglichkeit der Online-Klausur war für mich das überzeugendste Kriterium bei der Hochschulwahl: Ich setze mir gedanklich einen Prüfungstermin und arbeite darauf hin. Ich melde mich allerdings nicht im Vorfeld für eine Klausur an, sondern schreibe bewusst spontan innerhalb einer Stunde, nach dem „Jetzt oder nie“-Prinzip. Klar hatte ich Angst vorm „ersten Mal“, aber dafür gibt es zum Glück die Probeklausur. Als ich die hinter mir hatte, kam ich mir vor wie ein IT-Crack. Dabei ist es so einfach wie Shoppen bei Amazon. Außerdem herrscht eine irre Hilfsbereitschaft in den WhatsApp-Gruppen: Jede Frage zum Thema wurde innerhalb von Minuten beantwortet. Spontan Klausuren schreiben, ausgerichtet auf mein persönliches Befinden – besser geht’s nicht!

In Sachen Support bin ich besser aufgestellt als früher

Nach anfänglicher Skepsis sind meine drei Kinder heute stolz auf mich. So bekomme ich mitten in der Nacht Nachrichten von meinem Sohn aus der Disco: „Muddi, was studierst du noch mal?“ Es scheint ein Thema zu sein – und das erfüllt mich selbst mit Stolz. Schön fand ich auch, als mich neulich auf einem Fest ein Freund meiner Kinder angesprochen hat: Er hätte gehört, ich würde das Gleiche studieren wie er. Das führte dann zu einem sehr netten Austausch über unser Studium. Freunde und Bekannte sind interessiert und einige auch inspiriert, es mir nachzutun. Außerdem bekomme ich Hilfsangebote von allen Seiten: In meinem Bekanntenkreis befinden sich Anwälte, Ärzte und sogar Wirtschaftspsychologen, die mir bereits ihre Unterstützung angeboten haben. Es fühlt sich toll an, dass mein Umfeld an mich glaubt. In Sachen Support bin ich somit viel besser aufgestellt als in jungen Jahren.

Es ist nie zu spät für ein Studium

Das Fazit: Wenn Du mit 50, 60 oder 70 noch Lust auf ein Studium hast, tu es. Es ist nie zu spät. Für mich ist lebenslanges Lernen eine Herzensangelegenheit. Mein Wirtschaftspsychologie-Studium sehe ich als Hobby, privaten Luxus und Erfüllung eines Traums an. Und um sich Träume zu erfüllen, sollte man nie zu alt sein …