Raus aus der Komfortzone

Mit knapp 50 nochmal studieren? Warum nicht! Die Entscheidung für ein Fernstudium der Sozialen Arbeit an der IUBH ebnete Thomas den Weg für neue berufliche Chancen.

Nach meiner Schulzeit habe ich zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen, die ich später zugunsten meiner Ausbildung zum Rettungsassistenten aufgab. Zehn Jahre habe ich im Rettungsdienst gearbeitet, dann folgte der erste Bruch in meinem Erwerbsleben: Ich habe mich bei der Berufsfeuerwehr in Erfurt beworben, die Eignungstests bestanden und wurde eingestellt. Die Ausbildung dafür dauerte nochmal zwei Jahre. Darauf folgten fast 20 aufregende, spannende und auch anstrengende Jahre – mit Kollegen, auf die immer Verlass war.

Studium der Sozialen Arbeit als Neustart

In den letzten Jahren kam ich aus verschiedenen Gründen dazu, meine Lebensplanung zu überdenken und entschied nach langen Gesprächen mit meiner Frau und meinen Kindern, nochmals einen Neustart zu wagen: "Raus aus der Komfortzone", um einen ehemaligen Kollegen zu zitieren. Aufgrund meiner Erfahrung mit ehrenamtlichem Arbeiten, z.B. als Vormund oder für Schüleraustauschprogramme, fiel meine Wahl auf ein Studium der Sozialen Arbeit. Ich habe kein Abitur und noch nie studiert, darum habe ich die Studienzulassung über meine Ausbildung und Berufserfahrung erworben. Da ich in Vollzeit arbeite, entschied ich mich für ein Fernstudium im Teilzeitmodell mit 8 Semestern.

Nach langer Recherche hat mich die IUBH überzeugt, weil ihr Auftreten im Netz höchst professionell ist und durchweg positive Bewertungen zu finden sind. Auf Anfragen und Mails habe ich schnelle und freundliche Antworten bekommen, und die Ratenzahlung der Studiengebühren ist transparent und fair. Die Anmeldung und alle "bürokratischen" Angelegenheiten wurden schnell und kompetent bearbeitet. Nicht zuletzt war ein entscheidender Punkt für mich, dass es in Erfurt einen Campus gibt, wo ich die Präsenzprüfungen ablegen kann.

Erfolgreicher Berufswechsel dank Fernstudium

Mein alter Arbeitgeber, die Feuerwehr als Amt der Stadtverwaltung, wusste nichts von meinem Studium. Eingeweiht waren nur meine Frau und die Kinder. Das Studium sollte schließlich meinen erneuten Berufswechsel vorbereiten. Inzwischen haben sich die Ereignisse etwas überschlagen: Seit 1. Juni arbeite ich in Vollzeit in einer Einrichtung zur Resozialisierung von entlassenen Strafgefangenen und anderen Hilfebedürftigen. Mein neuer Arbeitgeber weiß natürlich von meinem Studium, weil es u. a. Grundlage für meine Einstellung war, und unterstützt mich dabei, z. B. bei der Dienstplangestaltung in Lern- oder Prüfungsphasen. Volle Unterstützung und Motivation erfahre ich auch von meinen neuen Kollegen sowie in erster Linie durch meine Familie. Besonders hilfreich sind dabei die Erfahrungen meiner Kinder mit ihrem Studium – dank ihnen habe ich immer eine kompetente "Studienberatung".

Das Lernen wieder zu beginnen, fiel mir am Anfang schwer. Besonders durch organisatorische "Nebengeräusche" konnte ich mich zunächst nicht voll konzentrieren: Welche Lerninhalte sollte ich auf myCampus auswählen? Was zum Teufel sind ECTS und was ist deren Wert? Welche Inhalte sind prüfungsrelevant? Wie schreibt man eine Hausarbeit? Und so weiter und so fort… Ich musste erstmal eine neue Zeitplanung für mich entwickeln, um Beruf und Studium gleichermaßen gerecht zu werden. Und vor den Prüfungen hatte ich genauso Bammel wie zu meiner Schulzeit. Inzwischen ist schon fast "Halbzeit", ich habe 85 ECTS eingesammelt und komme ziemlich gut mit dem Studienalltag zurecht. Ob meine Motivation höher ist als mit Anfang 20, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall ist sie sehr hoch, da ich ein konkretes Ziel habe. Außerdem bezahle ich die Studiengebühren natürlich aus eigener Tasche, das zieht immer.

Mehr Anerkennung und Respekt als fragende Blicke

Mit Kommilitonen habe ich außer bei den Prüfungen keinen Kontakt, dafür fehlt mir einfach auch die Zeit. Wenn ich zu den Präsenzprüfungen gehe, sitzen dort zum großen Teil Studierende im Alter meiner Kinder. Auch die Aufsicht ist nicht viel älter. Das ist schon ein bisschen eigenartig für mich. Ab und zu guckt auch einer fragend, was wohl der Großvater hier will. Die Rückmeldungen sind jedoch von allen Seiten positiv und ich erfahre viel Anerkennung und Respekt, das freut mich sehr.

In Zukunft möchte ich natürlich mein Studium erfolgreich beenden, viel Berufserfahrung sammeln und nach Möglichkeit noch ein paar Stufen der Karriereleiter nehmen. Dem sehe ich gelassen entgegen, denn der Anfang ist gemacht, und es wird bestimmt auch nicht mehr viel schiefgehen. Natürlich habe ich manchmal Zweifel und frage mich, was ich da gerade mache. Für mich war es aber die absolut richtige Entscheidung, die ich jederzeit wieder so treffen würde. Aus meiner Erfahrung kann ich nur jedem dazu raten, der überlegt, ein Studium zu beginnen. Riskiert mal was, das lohnt sich auf jeden Fall – und das Alter spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.