So gelingt die Seminararbeit – 8 Tipps vom Prof.

Deine Seminararbeit steht an und alleine der Gedanke daran bringt Dich zum Schwitzen? Kein Grund zur Panik. Dr. Heike Schiebeck, Professorin der Wirtschaftspsychologie, erklärt hier Step-by-Step, wie Dir die Seminararbeit bestens gelingt.

1. Ein bisschen Spaß muss sein. 

Das richtige Thema macht’s aus. Wähle Dir im Seminar aus den angebotenen Themenfeldern die Fragestellung aus, die Dich auf Anhieb am meisten interessiert und die Du am spannendsten findest. Denn mit dem Thema und der Fragestellung wirst Du Dich in nächster Zeit intensiv beschäftigen. Deine Begeisterung und Motivation werden Dir beim Recherchieren und Schreiben helfen. Lass hier also gerne Dein Bauchgefühl sprechen! 

2. Eine gute Recherche ist die halbe Miete. 

Verschaffe Dir anhand der im Seminar-Leitfaden exemplarisch angegebenen Literatur sowie weiterer Quellen wie Monografien, Sammelbände, Metaanalysen und Aufsätze zunächst einen Überblick über das Thema und den aktuellen Forschungsstand. Das ist wichtig, denn so weißt Du, wo Du Deine Fragestellung im Forschungskontext platzierst. Hierzu kannst Du den Online-Katalog der IUBH Bibliothek, Zeitschriften- und Fachdatenbanken oder auch Suchmaschinen wie z.B. Google Scholar zur wissenschaftlichen Literaturrecherche nutzen.    

3. Nichts geht über Struktur und Timing! 

Halte zentrale Informationen, Studien, Modelle und Theorien, die Du entdeckt hast, immer gleich fest. So kannst Du Deine Quellen gut und nachvollziehbar strukturieren. Zum Beispiel in einem Programm zur Literaturverwaltung und Wissensorganisation oder ganz einfach mit bunten Notizen in Deiner Mindmap. Hier führen alle Wege ans Ziel. Hauptsache, Du weißt am Ende noch, was Du Dir wo notiert hast. Gerade, wenn Du viel um die Ohren hast, kann es hilfreich sein, wenn Du Dir einen Zeitplan erstellst und festlegst, bis wann Du was erledigt haben möchtest. 

4. Der gute alte rote Faden. 

Wenn Du erstmal ausreichend Material bei Deiner Literaturrecherche zusammengetragen hast, beginne die Gliederung Deiner Seminararbeit zu entwickeln und zu erstellen. Sie ist der Kern, das Herzensstück Deiner Arbeit. Eine stimmige und nachvollziehbare Gliederung hilft Dir bei der Ausarbeitung, den „rote Faden“ zu behalten. Da freut sich später der Leser. Deine Gliederung „befüllst“ Du beim Schreiben Deiner Arbeit dann mit den jeweiligen Inhalten 

5. Eine gute Einleitung macht Lust auf mehr. 

In der Einleitung Deiner Arbeit beschreibst Du die Relevanz des Themas und benennst daraus resultierende Fragestellungen. Eine davon sollte die Fragestellung sein, die Du aus der Themenliste des Seminares ausgewählt hast. Hier kannst Du auch die Abgrenzung zu naheliegenden ähnlichen Themen aufzeigen und beschreiben. So zeigst Du, was Deine Arbeit leisten bzw. nicht leisten kann. Stelle am Ende Deiner Einleitung Deine Vorgehensweise (wissenschaftliche Methodik) zur Beantwortung Deiner ausgewählten Forschungsfrage vor. Dabei sollte dem Leser klar werden, was ihn beim Lesen Deiner Arbeit erwartet und wie Du bei der Beantwortung Deiner Fragestellung vorgegangen bist. 

6. Jetzt geht´s ans Eingemachte! 

Im Hauptteil Deiner Arbeit stellst Du zunächst die wichtigsten Modelle, Theorien und Konzepte dar, die in Verbindung mit Deinem Thema und Deiner Fragestellung relevant sind. Denke dabei auch an die korrekte Quellen-Wiedergabe. Infos dazu findest Du im Leitfaden des Seminars. Berücksichtige dabei immer, dass die Quellen prägnant und gut verständlich dargestellt sein solltenDiskutiere die verschiedenen Ansätze mit ihren differenzierten Aspekten. Behalte dabei stets Deine Fragestellung im Auge, denn die willst Du am Ende Deiner Seminararbeit beantworten. Ziehe am Ende Deines Hauptteils die entsprechenden Schlussfolgerungen aus Deinen bisherigen Ausführungen. 

7. Happy End 

Im Ergebnisteil, dem Schluss Deiner Seminararbeit, gibst Du die Antwort auf Deine Fragestellung und ziehst Dein persönliches Fazit. Darüber hinaus solltest Du einen Ausblick geben, welche Fragen und/oder Perspektiven im Zusammenhang mit dem Thema durch weitere Betrachtungen noch bestehen könnten und bearbeitet werden sollten. Bei manchen Themen ist es wichtig, den Bezug zur Praxis und eventuelle Implikationen, die sich hierfür aus Deinen Schlussfolgerungen ergeben, zu benennen. 

8. Qualität statt Eile 

Lies Deine Seminararbeit in Ruhe Korrektur, bevor Du sie konvertierst und in Turnitin einstellst. Prüfe sie auf Rechtschreibung, Zeichensetzung, verständliche Formulierungen und eine nachvollziehbare innere Logik Deiner Argumentation sowie den Satzbau hin. Lege dabei auch ein besonderes Augenmerk auf Dein Literatur-, Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis.

Quellen, die Du bei Deiner Recherche und Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema genutzt hast, solltest Du, wie es der Leitfaden vorgibt, korrekt angeben und diese im Anhang alphabetisch auflisten. Es muss klar erkennbar sein, an welchen Stellen im Text eigene Schlussfolgerungen und Meinungen eingebracht werden und was aus der Zusatzliteratur stammt. 

Dann kann es jetzt losgehen, oder?  

 

Viel Freude und Erfolg bei Deiner Seminararbeit 

Prof. Dr. Heike Schiebeck, München 06.10.2020