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Wie man eine Profisportlerlaufbahn par excellence und ein Psychologiestudium unter einen Hut bekommt? Unsere Fernstudentin Julia hat da ein paar interessante Antworten.

Liebe Julia, wie bist Du zum Tennis gekommen? Was liebst Du an Deinem Sport?

Zum Tennis bin ich durch meinen Papa gekommen, der jahrelang Davis-Cup-Spieler für Bulgarien war. Deshalb bin in einem der größten Tennisclubs Österreichs – in Innsbruck – aufgewachsen und habe bereits als kleines Kind immer beim Training zugesehen. Das erste Mal als ich selbst auf dem Platz stand, war ich 5 Jahre alt. Und bis heute habe ich meinen Schläger nicht mehr losgelassen.

Tennis fordert mich immer wieder neu heraus: Denn jeder Spieler hat seine ganz individuelle Art, zu spielen. Du weißt also nie, auf wen du triffst. Das macht diesen Sport sehr spannend. Um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen, braucht es verschiedene Taktiken. Um in einer Turnierwoche viele Matches hintereinander zu gewinnen, musst du stets in Topform sein – physisch und psychisch. Ich liebe den Kampf auf dem Platz und das Gefühl, nach einem 3-Stunden-Spiel den Matchball zu gewinnen.

Was war der schwierigste und der schönste Moment in Deiner bisherigen sportlichen Karriere?

Ich beginne am besten mit dem Schönen. Die Tennis-Karriere beginnt als Junior. Der Weg eines Tennisspielers nach oben ist lang. Mit jedem Meilenstein, den du auf diesem Weg zum Profitennis setzt, erlebst du wunderbare Momente. Als ich den österreichischen Junioren-Titel gewonnen habe, war das so ein Augenblick. Mein erster ITF-Titel in Griechenland und der zweite im letzten Jahr, nachdem ich das Turnier in Tunesien gewonnen hatte, zählen auch zu den schönsten Momenten in meiner Tennis-Laufbahn. Ich habe bis jetzt außerdem elf Titel im Doppel erzielt und insgesamt acht Finals im Einzel gewonnen. Das sind Momente, die mir Selbstvertrauen geben. Und die Motivation, um mich hoffentlich bald auch in noch größeren Turnieren beweisen zu können. Einzelne Siege gegen gute Spielerinnen sind auch Momente, an die man sich immer erinnern wird. Der schwierigste Moment war, als ich mich an meinem Handgelenk verletzt habe. Damals hatte ich mein bestes Ranking, musste dann aber leider eine Pause einlegen.

Warum studierst Du an der IUBH? Welche Vorteile bietet Dir das Fernstudium?

Als Tennisspieler reist du wirklich ununterbrochen. In meinem Sport ändert sich das Ranking jede Woche. Um Erfolg zu haben und auf der Liste nach oben zu kommen, musst du auch viele Turniere spielen. Das Fernstudium an der IUBH gibt mir die Chance, aus der Distanz zu lernen und online Klausuren zu absolvieren. Das bietet mir die Flexibilität, die ich in meinem Leben brauche. Ich kann selbst entscheiden, wann ich eine Klausur schreiben möchte. Das Fernstudium ermöglicht es mir, meinem Sportlerlebensstil erfolgreich und stressfrei nachgehen zu können. Die IUBH-Online-Community ist ebenfalls klasse. Ich bin an der IUBH wirklich sehr glücklich!

Warum hast Du Dich für Psychologie entschieden? Was fasziniert Dich an dem Fach?

Im Sport muss man nicht nur körperlich fit sein, sondern auch eine kontinuierliche mentale Stärke besitzen. Das brachte mich auf die Idee, Psychologie zu studieren. Interessant ist, umso mehr ich mich in den Stoff hineinlese, umso mehr fasziniert mich die Psychologie. Die Welt der Psychologie ist riesig, das menschliche Erleben und Verhalten äußerst komplex. Darüber mehr zu erfahren, ist mein Ziel, ebenso wie eines Tages anderen Menschen helfen zu können. Ich freue mich auf das, was mich im Studium noch erwartet.

Wie sieht Dein Tagesablauf im Moment aus? Wie bringst Du Sport und Studium unter einen Hut?

In Sofia, Bulgarien, wo ich derzeit lebe, ist das Leben noch nicht so wie es vor der Corona-Krise war. Normalerweise bedeutet Sommer für mich: viele Turniere spielen. Da das wegen der momentanen Corona-Situation noch nicht möglich ist, habe ich mich zwischen meinen Trainingseinheiten voll dem Studium gewidmet. Ich teile mir meistens die Zeit so ein, dass ich mich vor oder nach dem Training auf das Lernen konzentriere. Auf Turnieren fokussiere ich mich eher auf den Lesestoff. Zwischen den Turnieren absolviere ich Klausuren oder schreibe Hausarbeiten.

Was sind Deine nächsten Ziele – sportlich und studientechnisch? Wie stellst Du Dir Deine berufliche Zukunft vor?

Mein Ziel im Sport ist, weiterhin an mir zu arbeiten, mein Spiel und Ranking zu verbessern, weitere Spiele zu gewinnen, um bald auch größere Turniere der ITF- Tour und WTA Turniere zu spielen. Mich fasziniert die klinische Psychologie sehr. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist auch ein Ziel von mir. Der Weg bis dahin ist allerdings noch lang. Und da ich auch andere Richtungen spannend finde, werde ich im Laufe des Studiums sehen, welchen Weg ich dann tatsächlich einschlagen werde. Die Sportpsychologie finde ich auch super spannend!

Was würdest Du anderen Fernstudierenden mit auf den Weg geben?

Ich möchte allen ganz viel Erfolg wünschen! Habt Spaß am Lernen und setzt euch Ziele, um euren Entwicklungsprozess mit zu verfolgen.