Von Berlin nach Philadelphia

Als ihr Mann ein Jobangebot in den USA erhielt, ging der Traum vom Leben im Ausland für Sandra in Erfüllung. Die Handelsassistentin und Mutter zweier Kinder studiert im Fernstudium Wirtschaftspsychologie und hat bereits konkrete Vorstellungen von ihrer nächsten Wahlheimat.

Unser Traum war es schon immer, für eine gewisse Zeit im Ausland zu leben. Als mein Mann das Angebot bekam, für seine Firma in den USA zu arbeiten, haben wir nicht lange gezögert. Innerhalb von fünf Monaten haben wir den Umzug organisiert, Kündigungen geschrieben, eine Wohnung in Philadelphia gesucht sowie die Kinder, unsere Freunde und Familien auf das Abenteuer vorbereitet.

Amerika: Unendliche Weiten und neue Freunde

Was ich an unserer neuen Heimat liebe, ist die Offenheit und Freundlichkeit der Amerikaner. Dieses Land hat eine unheimlich faszinierende Natur, unendliche Weiten und es gibt so vieles zu entdecken. Da wir das Reisen lieben, planen wir unsere freie Zeit dafür ein. Außerdem ermöglicht es uns, unsere Englischkenntnisse zu vertiefen. Unsere Kinder wachsen jetzt zweisprachig auf und erleben eine völlig neue Kultur hautnah. Philadelphia an der Ostküste der USA hat sehr viele seiner Wurzeln in Europa, sodass man als Europäer schnell mit anderen in Kontakt tritt. Wir haben ohne Probleme Anschluss gefunden und einige neue Freundschaften geschlossen.

Der größte Kulturschock hier in den USA ist für mich der Umgang mit den Umweltressourcen, vor allem der Plastikverbrauch und der damit einhergehende Müll. Was für mich immer noch ungewohnt ist: Eiswürfel werden hier auch im Winter großzügig in die Getränke gefüllt. Die zwölf Wochen Schulferien im Sommer können mitunter eine Herausforderung für Familien darstellen. Auch der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist hier allgegenwärtig. Ein soziales System, z.B. in Bezug auf Krankenversicherungen, ist nicht erkennbar. Du darfst ohne Helm Motorrad fahren, aber für einen kleinen Pool braucht man einige Genehmigungen von der Gemeinde – und das sind nur ein paar Beispiele der Kuriositäten. Was ich an Deutschland vermisse, sind unsere Familien und Freunde. Daher sind regelmäßige Heimatbesuche und Gäste, die uns besuchen, sehr wichtig.

Fernstudium als Chance für einen beruflichen Neuanfang

Nach meinem Abitur habe für zwei Jahre an der Technischen Universität in Dresden Lehramt studiert, aber das Studium nicht beendet. Danach erfolgte die Ausbildung zur Handelsassistentin. Vor dem Umzug habe ich als Sales Delevopment Manager für eine renommierte Kosmetikmarke gearbeitet und meinen Job nach zwölf Jahren gekündigt. Das ist mir sehr schwer gefallen. Aber irgendwann habe ich begriffen, dass dies auch eine Chance für einen Neuanfang ist. Also habe ich mich für das Wirtschaftspsychologie-Studium an der IUBH angemeldet, was aus dem Ausland wunderbar funktioniert hat. Eine Aufgabe zu haben und sich weiterzubilden, ist nicht nur für das Selbstwertgefühl eine Bereicherung. Ich habe mit Wirtschaftspsychologie einen Studiengang gefunden, der mir Spaß macht und absolut in mein Interessengebiet fällt. Meine Berufserfahrung kommt mir zugute und ich nutze das Studium, um mein Wissen zu vertiefen.

Das Fernstudium hat aus meiner Sicht sehr viele Vorteile. Ich kann mir meine Zeit frei einteilen. Meistens nutze ich die Stunden, wenn die Kinder im Daycare oder in der Schule sind. Während der Klausurphasen kommen oft zusätzlich die Abendstunden zum Einsatz. Ich kann in gewohnter Umgebung lernen oder auch im Urlaub, im Café – wo immer und wann ich mag. Da ich im Ausland lebe, ist die Möglichkeit, Klausuren online zu schreiben, ein sehr wichtiges Kriterium.

Instagram zum Austausch mit anderen Studierenden

Die größte Herausforderung des Studiums ist definitiv ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Man muss sich immer wieder motivieren und den eigenen Antrieb haben zu lernen. Schnell verliert man ein Gefühl für die Zeit. Daher sollten ein individueller Zeitplan und Deadlines wichtige Bestandteile des Studiums darstellen. Ein persönlicher Austausch mit Kommilitonen ist nicht immer gegeben. Daher nutze ich verschiedene Medien, u.a. Instagram, um mit anderen Studierenden in Kontakt zu treten. Ich würde behaupten, das sind auch die wesentlichen Unterschiede zwischen einem Fernstudium und dem Studium an einer Hochschule bzw. Universität vor Ort. Trotz Online-Bibliotheken fehlen mir im Ausland deutschsprachige Fachbücher, die ich mir ausleihen kann. Das ist meine größte persönliche Herausforderung.

Wir werden ab jetzt noch weitere drei Jahre in den USA leben. Mein Wunsch ist es, ein paar Gastseminare oder Vorlesungen an einem amerikanischen College zu besuchen und verschiedene Praktika zu absolvieren. Berufstätig in den USA zu sein, kann ich mir unter den aktuellen Umständen nicht vorstellen. Viele Konditionen fallen hier im Vergleich zu Deutschland anders aus und passen nicht in unser Lebenskonzept.

Nächste Station: Ein Leben in Schweden

Für die Zukunft haben wir bereits Pläne: Unser Wunsch ist es, nach dem USA-Aufenthalt in Schweden zu leben und dort Fuß zu fassen. Dort möchte ich auf jeden Fall wieder den Einstieg ins Berufsleben finden, und zwar mit dem Schwerpunkt Personalwesen, Personalentwicklung oder psychotherapeutische Beratung. Dank des Studiums bin ich dann bestens dafür gerüstet!