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Beratungs- und Behandlungskonzepte im Krankenhaus (DLBHPWHIK01)

Kursnummer:

DLBHPWHIK01

Kursname:

Beratungs- und Behandlungskonzepte im Krankenhaus

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Wahlpflicht

Kursangebot: WS, SS

Course Duration: Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Heilpädagogische Behandlungskonzepte greifen dann in Krankenhäusern, wenn das Haus den Dialog zum Patienten sucht und ihm Hilfestellungen bei seiner Entwicklung geben möchte. Das erfordert gesunde Kommunikationsstrukturen mit einem gelingenden Zeitmanagement, welches zwischen Anamnesen und Fallpauschalen sowie dem Schichtdienst in Zeiten des Fachkräftemangels und den Therapieeinheiten funktioniert. Ein modernes Gesundheitsunternehmen strahlt Zielorientierung und Spezialisierung aus. Die Bedeutung eines guten Images und die betriebswirtschaftliche Betrachtung einer Situation sorgen für Kontroversen mit dem eigentlichen humanethischen Auftrag zur Behandlung und Heilung einer Erkrankung. Der Patient wird zum Kunden und verlangt sowohl Transparenz als auch Service. Gleichzeitig erlebt er aber den eigenen Kontrollverlust, setzt sich mit seinen Ängsten auseinander oder verdrängt diese und muss viel Zeit aufbringen, um sich in den Alltagsbetrieb einzufügen.

Der Heilpädagoge arbeitet nach einem zielorientierten, ganzheitlichen Konzept und nimmt all diese Facetten mit in seine Arbeit auf. Er gibt dem Patienten, der für ihn zum Klienten wird, Orientierung. Durch seinen salutogenetischen Blickwinkel stärkt er den Kohärenzsinn und entwickelt Perspektiven, welche dem Patienten Ruhe und Sicherheit vermitteln. Er stärkt das Bewusstsein für die Klarheit innerhalb einer emotional überfüllten Situation mit mangelnder Privatsphäre. Die drei Aspekte des Kohärenzsinns werden innerhalb des gemeinsamen Arbeitsprozesses durch die Verstehbarkeit, die Sinnhaftigkeit und die Handhabbarkeit deutlich. Ressourcen werden aufgedeckt und Handlungsziele vereinbart, um die Gesundheit zu fördern. Der Heilpädagoge sorgt somit dafür, dass der Patient seine Selbstkontrolle zurückgewinnt und seinen Selbstwert steigert. Vor allem in den Zeiten, in denen sich der Patient bedrohlich von seiner Angst vor dem Ungewissen überflutet fühlt.

Die Angehörigen bindet der Heilpädagoge gerne in seine Behandlungskonzepte ein. Das heißt, dass er eine professionelle Beziehung zu ihnen herstellen muss, damit er sie bestmöglich und fachlich fundiert informieren und in die Behandlung integrieren kann. Den Angehörigen wird somit das Gefühl gegeben, eine wichtige Rolle im Heilungsprozess einzunehmen. Bei chronischen Erkrankungen oder infausten Prognosen erhält der Angehörige durch die Zusammenarbeit mit dem Heilpädagogen Möglichkeiten, den Patienten adäquat zu unterstützen und zu entlasten. Darüber hinaus ist der Heilpädagoge auch in Fachabteilungen wie beispielsweise der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Einsatz. Hier übernimmt er z.B. die Entwicklungsdiagnostik und bringt sich in die Gruppenarbeit ein.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • sich in den Kommunikationsstrukturen des Krankenhauses zurecht zu finden.
  • heilpädagogische Diagnoseinstrumente und Behandlungskonzepte anzuwenden.
  • berufliche Kooperationen im Gesundheitssektor aufzubauen.
  • ein gelingendes Sozialmanagement für den Arbeitsalltag im Krankenhaus unter heilpädagogischen Gesichtspunkten zu nutzen.
  • den Umgang mit schwer kranken und sterbenden Kindern zu bewältigen.
  • Angehörige im Krankenhausalltag zu unterstützen und zu beraten.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Gesunde Kommunikation als Grundlage einer funktionierenden Zusammenarbeit im Krankenhaus

1.1 Der Sender und seine Botschaft

1.2 Das Feedback des Empfängers

1.3 Beurteilungsfehler

1.4 Gesprächsführungstechniken

1.5 Axiome und theoretische Konstrukte

1.6 Zeitmanagement

1.7 Ein zielführendes Ergebnis

2. Heilpädagogen im Krankenhausalltag

2.1 Das Krankenhaus als modernes Gesundheitsunternehmen

2.2 Die Rolle des Heilpädagogen

2.3 Die Aufnahme des Patienten

2.4 Diagnosen und Differentialdiagnosen

2.5 Planung von geeigneten Behandlungskonzepten für den Krankenhausalltag

2.6 Durchführung der Behandlung im Gesamtkontext des Krankenhausaufenthaltes

2.7 Nachbereitung mithilfe einer prozessorientierten Dokumentation

2.8 Einbindung von Patient und Angehörigen in die Versorgung

2.9 Evaluation des heilpädagogischen Prozesses im Rahmen des Krankenhausalltags

2.10 Die Entlassung des Patienten

3. Abteilungen im Krankenhaus und die Aufgaben des Heilpädagogen

3.1 Innere Medizin, Orthopädie und Chirurgie

3.2 Neurologie und Intensivstation

3.3 Onkologie und Palliativstation

3.4 Psychosomatik und Psychiatrie

3.5 Labor, Funktions- und Versorgungsabteilungen

3.6 Die Verwaltung

3.7 Das Seelsorgeteam und die Sozialarbeiter

3.8 Spezielle Anforderungen an den Heilpädagogen

3.9 Kinder und ihre Entwicklungsdiagnostik

4. Interdisziplinäre Kooperationen und klare Strukturen

4.1 Definition einer Kooperation

4.2 Interdisziplinäre Teammitglieder

4.3 Die Zusammenarbeit auf Grundlage der Anamnese und im Rahmen der Fallpauschalen

4.4 Teambuildingprozesse zwischen Schichtdiensten und Behandlungseinheiten

4.5 Vom Patienten zum Klienten

4.6 Der Klient im Mittelpunkt

4.7 Arbeitsauftrag

5. Sozialmanagement von der Aufnahme bis zur Entlassung

5.1 Definition des Managements im Gesundheitsunternehmen

5.2 Soziale Betrachtungsweise einer Situation

5.3 Bedeutung von Verlust der eigenen Gesundheit und Kontrolle

5.4 Schmerzen, Angst und Eingriffe

5.5 Behandlung und Heilung

5.6 Chronische Erkrankungen und regelmäßige Krankenhausaufenthalte

5.7 Die Salutogenese und damit verbundene Handlungsmöglichkeiten

5.8 Planungen für die Zeit nach der Krankenhausentlassung

6. Sterben und Tod

6.1 Infauste Prognosen

6.2 Sterbeprozesse

6.3 Die Sterbebegleitung von alten Menschen

6.4 Die Sterbebegleitung von erwachsenen Menschen

6.5 Die Sterbebegleitung von Jugendlichen

6.6 Die Sterbebegleitung von Kindern

6.7 Suizid

6.8 Trauer

6.9 Loslassen

6.10 Das Team

6.11 Der nächste Fall

7. Die Angehörigenarbeit im Krankenhausalltag

7.1 Zuhören in Zeiten des Fachkräftemangels

7.2 Da sein wollen, trösten und Antworten geben

7.3 Gesunde Grenzen setzen

Literatur:

  • Chadasch, C. N. (Hrsg.) (2016): Lebenszufriedenheit von Familien mit einem Kind im Wachkoma: Familien am Rande der Kraft und ihre Ressourcen. Svh.
  • Eckhardt, M. (Hrsg.) (2015): Kooperation und Kommunikation im Krankenhaus: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von stationärer Pflege und Medizin. Diplomica, Hamburg.
  • Erger, R. (Hrsg.) (2012): Sozialmanagement: Teamarbeit und Teamentwicklung in sozialen Berufen. Cornelson Scriptor, Berlin.
  • Kleine Schaars, W. (Hrsg.) (2010): Begegnen mit Respekt: Wege zwischen Überbehütung und Überforderung in der sozialen Arbeit, in Kliniken, Schulen oder Familien. Dgvt, Tübingen.
  • Kübler-Ross, E. (Hrsg.) (2014): Interviews mit Sterbenden. Herder, Freiburg im Breisgau.
  • Kübler-Ross, E. (Hrsg.) (2012): Erfülltes Leben – würdiges Sterben. Goldmann, München.
  • Schwerwath, C. (Hrsg.) (2016): Soziale und pädagogische Arbeit bei Traumatisierung. Ernst Rheinhardt Verlag, München 2016.
  • Van Dick, R. (Hrsg.) (2013): Teamwork, Teamdiagnose, Teamentwicklung (Praxis der Personalpsychologie, Band 8). Hogrefe, Göttingen

Prüfungszugangsvoraussetzung:

  • Kursabhängig: Begleitende Online-Lernkontrolle (max. 15 Minuten je Lektion, bestanden / nicht bestanden)
  • Kursevaluation

Prüfungsleistung:

Klausur, 90 Min.

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 90
Selbstüberprüfung (in Std.): 30
Tutorien (in Std.): 30