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Entwicklungspsychologische und neurobiologischen Grundlagen der Heilpädagogik mit Kindern und Jugendlichen (DLBHPWHAKJ01)

Kursnummer:

DLBHPWHAKJ01

Kursname:

Entwicklungspsychologische und neurobiologischen Grundlagen der Heilpädagogik mit Kindern und Jugendlichen

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Wahlpflicht

Kursangebot: WS, SS

Course Duration: Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Die Heilpädagogik in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfordert neben einer hohen empathischen Befähigung des Heilpädagogen, ein solides und weitreichendes Fachwissen. Dazu gehören heute entwicklungspsychologische Grundlagen, welche die kognitiven und sozio-emotionale Entwicklung miteinschließen. Darüber hinaus zählen die neuesten Erkenntnisse zur Beeinflussung der Stresssysteme durch Vernachlässigung und Missbrauch, ebenso wie die Ausformung des Oxytozin-Systems zu einem neurobiologischen Grundwissen des Heilpädagogen, damit er die Hintergründe der verschiedenen Förderbedürfnisse und möglichen psychischen Erkrankungen einordnen kann.

Die Eltern-Kind-Bindung ist ein zentraler Faktor, welcher die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen maßgeblich beeinflusst. Wie sichere Bindungen heilpädagogisch unterstützt werden können, ist z.B. in der Frühförderung ebenso relevant wie in der Arbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe oder im Rahmen der schulischen Inklusion.

Entwicklungspsychologische Modelle welche die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes abbilden, ermöglichen dem Heilpädagogen ein Verständnis für Entwicklungsverläufe außerhalb der Norm. Schon früh zu erkennen als frühkindliche Regulationsstörungen, bietet sich bereits hier ein Ansatzpunkt für heilpädagogische Interventionen.

Der Heilpädagoge lernt in diesem Vertiefungsmodul, sein Basiswissen als Grundelement einer professionellen Weiterentwicklung einzusetzen und im Kontext einer fundierten Handlungsausrichtung einzubetten. Als wichtiger Erfolgsfaktor für die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit dem Blick auf eine heilpädagogische Perspektive, muss der Heilpädagoge seine ganzheitliche Betrachtungsweise im Sinne eines positiven Menschenbildes auf die Angehörigen der betreffenden Kinder und Jugendlichen übertragen, um diese zu befähigen den Förder- und Behandlungsprozess bestmöglich zu unterstützen.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • die Entwicklung von Kindern zu verstehen und selbstständig Ideen zur gesunden Förderung zu entwickeln.
  • Kinder und Jugendliche mit internalisierenden und externalisierenden Störungen zu unterstützen.
  • Die Bedeutung von sicheren Bindungsbeziehungen im heilpädagogischen Kontext einzuordnen.
  • Interventionen auszuwählen, welche der Bindungsgeschichte und neurobiologischen Korrelaten Rechnung tragen

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Bindungstheorie

1.1 Was ist Bindung?

1.2 Unsichere und sichere Bindung

1.3 Transmission von Bindung

1.4 Bindungsgeleitete heilpädagogische Arbeit

2. Entwicklung der Stressysteme

2.1 Die zwei Stresssysteme

2.2 Entwicklung der Stresssysteme

2.3 Die Bedeutung der Stresssysteme für die Heilpädagogische Arbeit

3. Das Oxytozin-System

3.1 Wirkungsspektrum und Aktivierung des Oxytozin-Systems

3.2 Oxytozin und Bindung

3.3 Oxytozin und heilpädagogische Interventionen

4. Neurobiologische Korrelate von Missbrauch und Vernachlässigung

4.1 Stresssysteme

4.2 Oxytozin-System

5. Entwicklungspsychologische Modelle

5.1 Entwicklungsmodel nach Erikson

5.2 Kognitive Entwicklung nach Piaget

6. Regulationsstörungen der frühen Kindheit

6.1 Diagnose von Regulationsstörungen

6.2 Schlafstörungen, Schreikinder

6.3 Externalisierende und internalisierende Störungsbilder

7. Konzeption heilpädagogischer Interventionen

7.1 Bindungsgeleitete Interventionen

7.2 Tiergestützte Interventionen

7.3 Verhaltensmodifikation

Literatur:

  • Behr, M./Hüsson, D. (Hrsg.) (2014): Psychotherapie und Beratung bei Kindern, Jugendlichen, Familien. Personenzentrierte Beiträge aus zwei Jahrzehnten. Facultas, Wien.
  • Brisch, K-H. (2018): Bindungsstörungen. Von der Bindungstheorie zur Therapie. Klett-Cotta, Stuttgart.
  • Julius, H. et al. (2009): Bindung im Kindesalter: Diagnostik und Interventionen. Hogrefe, Göttingen.
  • Julius, H. et al. (2014): Bindung zu Tieren. Psychologische und neurobiologische Grundlagen tiergestützter Interventionen. Hogrefe, Göttingen.
  • Klicpera, C./Gasteiger-Klicpera, B. (2007): Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter. UTB, Stuttgart.
  • Rittmann, B./Rickert-Bolg, W. (Hrsg.) (2017): Autismus-Therapie in der Praxis: Methoden, Vorgehensweisen, Falldarstellungen. Kohlhammer, Stuttgart.

Prüfungszugangsvoraussetzung:

  • Kursabhängig: Begleitende Online-Lernkontrolle (max. 15 Minuten je Lektion, bestanden / nicht bestanden)
  • Kursevaluation

Prüfungsleistung:

Klausur, 90 Min.

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 90
Selbstüberprüfung (in Std.): 30
Tutorien (in Std.): 30