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Ernährungssoziologie (DLBEWES01)

Kursnummer:

DLBEWES01

Kursname:

Ernährungssoziologie

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Pflicht

Kursangebot: WS, SS

Course Duration: Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Welche Lebensmittel Menschen verzehren und welche nicht, in welcher Zubereitungsform und Rezeptur und zu welchen Mahlzeiten, ist gesellschaftlich geprägt und hängt von den verschiedenen Kulturen ab. Der Stoffwechsel des Organismus ist jedoch derart ausgelegt, dass verschiedenartige Lebensmittel in Nährstoffe zerlegt werden können. Die Art und Menge der Nährstoffzufuhr spielt, unabhängig von der Darbietung, die wesentliche Rolle für eine optimale Ernährung. Für die Auswahl der Lebensmittel können vielfältige Gründe vorliegen. Dabei sind kognitive und psychosoziale Gründe genauso möglich wie ökonomische, gesundheitliche Beweggründe oder persönlicher Geschmack und emotionale Befindlichkeiten.

Dieses Modul gibt Einblick in die verschiedenen Motivationen zur Auswahl und Bevorzugung von Lebensmitteln und behandelt die Methoden von Ernährungserhebungen. Je nach aktuellen Entwicklungen werden auch neue Ernährungserhebungen, Lebensmittelskandale oder gesellschaftliche oder globale Entwicklungen thematisiert, die das Ernährungsverhalten beeinflussen.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • verschiedene Methoden zu Ernährungserhebungen zu beschreiben.
  • die soziokulturellen Hintergründe und die Bedeutung von Normen für das Ernährungsverhalten zu benennen.
  • die Bedeutung von Emotionen für das Essen zu erklären und entsprechende Schlüsse für die Ernährungsberatung zu ziehen.
  • Methoden der Ernährungserhebungen zu interpretieren und Beispiele darzustellen.
  • die Auswirkungen von Lebensmittelskandalen auf das Verbraucherverhalten zu verstehen.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Grundbegriffe

1.1 Soziologische Grundbegriffe

1.2 Ernährungssoziologie

2. Soziokulturelle Hintergründe der Ernährung

2.1 Funktion von Mahlzeiten

2.2 Bedeutung des Kochens

2.3 Selbstinszenierung durch Essen

2.4 Tischsitten

3. Bedeutung von Normen und Werten für die Ernährungsweise

3.1 Einfluss der Medien

3.2 Bedeutung von Körperidealen

3.3 Ernährung in ausgewählten Kulturkreisen

4. Emotionale, sensorische und biologische Wirkung des Essens

4.1 Emotionales Essverhalten

4.2 Sensorisch-affektive Wirkungen

4.3 Energetische-, neurochemische und pharmakologische Wirkungen

4.4 Bedeutung der Salutogenese

5. Ernährungserhebungen

5.1 Einführung in die Methoden zu Ernährungserhebungen, deren Reproduzierbarkeit und Gültigkeit

5.2 24-h-Recall und andere Ernährungsabfragemethoden

5.3 Food Frequency Questionnaire (FFQ)

5.4 Nationale Verzehrsstudie II (NVS II)

5.5 Ernährungsstudie als KiGG-Modul (EsKiMo)

6. Ernährungsarmut

6.1 Absolute Ernährungsarmut

6.2 Relative Ernährungsarmut

6.3 Lebensmittelhilfe in Deutschland

7. Auswirkungen von Lebensmittelskandalen auf das Verbraucherverhalten

7.1 Genese und Struktur von Skandalen

7.2 Deutungsmuster von Verbrauchern

Literatur:

  • Barlösius, E. (Hrsg) (2016): Soziologie des Essens. Eine sozial- und kulturwissenschaftliche Einführung in die Ernährungsforschung. Verlag Juventa, München.
  • Lage B.C. et al. (2017): Comprehensive assessment of food and nutrient intake of children and adolescents in Germany: EsKiMo II - the Eating Study as a KiGGS Module. In: BMC Nutrition 3:75.
  • Macht, M. (2005): Essen und Emotion. In: Ernährungsumschau 52, 304-308.
  • Mensink G.B.M. et al. 2007): EsKiMo - the nutrition module in the German health interview and examination survey for children and adolescents (KiGGS). In: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 50, 902–908.
  • Pfeiffer, S. (Hrsg.) (2014): Die verdrängte Realität: Ernährungsarmut in Deutschland: Hunger in der Überflussgesellschaft. Springer, Berlin/New York.
  • Philipps A. (2011): Lebensmittelskandale und Verbraucherhandeln. Verhaltensoptionen im Alltagskontext. In: Berichte über Landwirtschaft 89(3), 478-496.
  • Selke, S. (Hrsg.) (2011): Tafeln In Deutschland: Aspekte einer sozialen Bewegung zwischen Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention. VS Verlag, Wiesbaden 2011.
  • Stahl A. et al. (2009): Changes in food and nutrient intake of 6- to 17-year-old Germans between the 1980s and 2006. In: Public Health Nutr. 12, 1912–1923.
  • Straßburg A. (2010): Ernährungserhebungen Methoden und Instrumente. In: Ernährungsumschau 8, 422-430.
  • Willett W. (2013): Nutritional Epidemiology: 40 (Monographs in Epidemiology and Biostatistics). 3. Auflage, Oxford University Press, New York.

Prüfungszugangsvoraussetzung:

  • Kursabhängig: Begleitende Online-Lernkontrolle (max. 15 Minuten je Lektion, bestanden / nicht bestanden)
  • Kursevaluation

Prüfungsleistung:

Schriftliche Ausarbeitung: Fallstudie

Zeitaufwand Studierenden (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 110
Selbstüberprüfung (in Std.): 20
Tutorien (in Std.): 20