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Gerontologie (DLBPPG01)

Kursnummer:

DLBPPG01

Kursname:

Gerontologie

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Pflicht

Kursangebot: WS, SS

Course Duration: Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Im Kurs Gerontologie beschäftigen sich die Studierenden mit der differenzierten Darstellung körperlicher, psychischer, sozioökonomischer und kultureller Implikationen des Alters und des Alterns. Sie befassen sich mit Altersbildern und den wechselseitigen Erwartungshaltungen von Gesellschaft und von älteren Menschen. Es werden heterogene und dynamische Lebensstile und -konzepte diskutiert. Für pflegebedürftige ältere Menschen, insbesondere für pflegebedürftige an Demenz Erkrankte werden Konzepte selbstbestimmten Lebens und gerontologische/gerontopsychiatrische Pflegetheorien/-modelle erörtert sowie ausgewählte Assessmentinstrumente kritisch gewürdigt. Abschließend werden die Bedürfnisse und Bedarfe sterbender älterer Menschen in verschiedenen pflegerischen Settings skizziert.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • sozialwissenschaftliche Definitionen und Konzepte von Alter und Altern aufzuzeigen.
  • Altersmodelle und -theorien kritisch zu würdigen und in Bezug zur Pflegepraxis zu setzen.
  • differenziert über Lebensformen und -konzepte älterer Menschen zu referieren.
  • die Notwendigkeit holistischer Biografiearbeit in diversen Pflegesettings zu vermitteln.
  • Zusammenhänge zwischen Alter, Lebenslage, Gesundheit und Pflegepraxis abzuleiten.
  • sich kritisch konstruktiv zu ausgewählten Assessmentinstrumenten für ältere Menschen zu äußern.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Interdependenzen von Alter und Gesellschaft

1.1 Historische Entwicklung

1.2 Generationenbeziehung und -vertrag

1.3 Sozialkapital und Sozialprodukt

1.4 Alterssicherung und Altersarmut

1.5 Bild des Alters in der Werbung

1.6 Selbstbild und Einschätzung der Lebenssituation

2. Altersmodelle und -theorien

2.1 Altersforschung

2.2 Ansätze der Gerontologie

2.3 Defizitmodell

2.4 Kompetenzmodell

2.5 Kognitive Persönlichkeitstheorie

2.6 Kompensationstheorie

2.7 Kontinuitätstheorie

2.8 Aktivitätstheorie bzw. Disuse-Modell

2.9 Disengagementtheorie

2.10 SOK

2.11 Weitere Altersmodelle und -theorien

3. Lebensqualität im Alter

3.1 Lebensqualität und ihre Operationalisierbarkeit

3.2 Altern und Lebenssinn, -ängste

3.3 Kultur, Spiritualität und Religion

3.4 Autonomie und Kontrolle

3.5 Frauen, Altern und Identität

3.6 Prävention im Alter

3.7 Ernährung und Fehlernährung im Alter

3.8 Alter und Sexualität

4. Diversität von Lebenskonzepten, -stilen und -formen älterer Menschen

4.1 Wünschen und Ziele im Alter

4.2 Veränderte Familienstrukturen und soziale Beziehungen

4.3 Diversifizierte Wohnformen

4.4 Altersgerechte Quartiersentwicklung und kommunale Altenpolitik

4.5 Migration und Alter

4.6 Technologie im und für das Alter

4.7 Berufliche Tätigkeiten und Freizeitgestaltung

4.8 Physische und psychische Aktivitäten und ihre Auswirkungen

5. Pflegebedürftigkeit und Behinderung im Alter

5.1 Altern in verschiedenen Pflegesettings

5.2 Alter und Behinderung

5.3 Immobilität

5.4 Inkontinenz

5.5 Chronische Wunden

5.6 Schmerzen im Alter

5.7 Soziale Deprivation

5.8 Biografiearbeit und existenzielle Erfahrungen

5.9 Teilhabe und Empowerment

6. Geriatrische und gerontopsychiatrische Pflegetheorien, -konzepte

6.1 Pflegetheorien zu Demenz

6.2 Pflegetheorien zu Depression

6.3 Pflegetheorien zu Suchterkrankungen

6.4 Pflegetheorien zu Verwahrlosung

6.5 Pflegetheorien zu herausforderndem Verhalten

6.6 Pflegekonzepte: Reminiscence Therapy, Validation, ROT, Milieutherapie

6.7 Die wichtigsten Assessmentinstrumente

7. Tod und Sterben

7.1 Tod und Sterben als kulturelles, gesellschaftliches Phänomen

7.2 Pflege im Hospiz, auf Palliativstationen und im SAPV

7.3 Suizidalität im Alter

Literatur:

  • Becker, S./Brandenburg, H. (2014): Lehrbuch Gerontologie. Gerontologisches Fachwissen für Pflege- und Sozialberufe – Eine interdisziplinäre Aufgabe. Hogrefe, Göttingen.
  • Becker, S./Kaspar, R./Kruse A. (2010): Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen (H.I.L.DE.). Hans Huber, Bern.
  • Brandenburg, H./Güther, H. (2011): Konzepte, Befunde und Hintergründe zur Messung von Lebensqualität bei Menschen mit (schwerer) Demenz. In: Das Gesundheitswesen, 73. Jg, Heft 12, S. 865–873.
  • Erdmann, A./Schnepp, W. (2012): Validation nach Feil oder Richard? In: Pflegewissenschaft, 14. Jg., Heft 11, S. 581–595.
  • Gebhard, D./Mir, E. (Hrsg.) (2019): Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen mit Demenz. Grundlagen und Interventionen. Springer, Berlin.
  • Günster, C./Klose, J./Schmacke, N. (Hrsg.): Versorgungsreport 2012. Schwerpunkt: Gesundheit im Alter. Schattauer, Stuttgart.
  • Hank, K. et al. (2019): Alternsforschung. Handbuch für Wissenschaft und Praxis. Nomos, Baden-Baden.
  • Hoben, M./Bär, M./Wahl, H. W. (2015): Implementierungswissenschaft für Pflege und Gerontologie. Grundlagen, Forschung und Anwendung - Ein Handbuch. Kohlhammer, Stuttgart.
  • James, I. A./Jackman, L. (2019): Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz. Einschätzen, verstehen und behandeln. Hogrefe, Göttingen.
  • Kruse, A. (2012): Angewandte gerontologische Forschung mit Demenzkranken. In: Pohlmann, S. (Hrsg.): Altern mit Zukunft. Springer VS, Wiesbaden, S. 71–92.
  • Kuhlmey, A./Tesch-Römer, C. (2013): Autonomie trotz Multimorbidität. Ressourcen für Selbständigkeit und Selbstbestimmung im Alter. Hogrefe, Göttingen.
  • Kumlehn, M./Kubik, A. (2012): Konstrukte gelingenden Alterns. Kohlhammer, Stuttgart.
  • Miethe, I. (2017): Biografiearbeit. Lehr- und Handbuch für Studium und Praxis (Grundlagentexte Methoden). Beltz Juventa, Weinheim.
  • Oswald, F. et al. (2013): Lebensqualität in der stationären Altenpflege mit INSEL. Konzeption, praxisnahe Erfassung, Befunde und sozialpolitische Implikationen. Lit Verlag, Münster.
  • Oswald, W. D./Ackermann, A./Gunzelmann, T. (2006): Effekte eines multimodalen Aktivierungsprogrammes (SimA-P) für Bewohner von Einrichtungen der stationären Altenhilfe. In: Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie, 19. Jg., Heft 2, S. 89–101.
  • Rentsch, T./Vollmann, M. (Hrsg.): Gutes Leben im Alter. Die philosophischen Grundlagen. Reclam, Stuttgart.
  • Steidl, S. (2014): Gerontologie, Geriatrie und Gerontopsychiatrie. Ein Lehrbuch für Gesundheits- und Pflegeberufe. Facultas, Wien.
  • Wahl, H.-W./Tesch-Römer, C./Ziegelmann, J. P. (Hrsg.) (2012): Angewandte Gerontologie. Interventionen für ein gutes Altern in 100 Schlüsselbegriffen. 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Kohlhammer, Stuttgart.

Eine aktuelle Liste mit kursspezifischer Pflichtlektüre sowie Hinweisen zu weiterführender Literatur ist im Learning Management System hinterlegt.

Prüfungszugangsvoraussetzung:

  • Kursabhängig: Begleitende Online-Lernkontrolle (max. 15 Minuten je Lektion, bestanden / nicht bestanden)
  • Kursevaluation

Prüfungsleistung:

Klausur, 90 Min.

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 90
Selbstüberprüfung (in Std.): 30
Tutorien (in Std.): 30