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Konzepte zur erfolgreichen Inklusion von Senioren (DLBHPWHAS01)

Kursnummer:

DLBHPWHAS01

Kursname:

Konzepte zur erfolgreichen Inklusion von Senioren

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Pflicht

Kursangebot: WS, SS

Course Duration: Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Senioren waren vor einigen Generationen ein normaler Bestandteil innerhalb einer Großfamilie, wurden dann aber nach und nach zu einer Gruppe von Menschen, die nach dem Denken des Defizitmodells versorgt wurden. Heute sind Senioren zum Teil aktiv und voller Lebensfreude. Ihre Ressourcen können gesamtgesellschaftlich genutzt werden. Sie regen uns aber auch an, Lösungsmodelle für einen zunehmenden Betreuungsaufwand zu entwickeln. Die Menge an Senioren wird die Menge an Pflegekräften um ein weites überschreiten. Die Politik versucht, Lösungen zu entwickeln und Angehörige in die Betreuung einzubinden, ebenso wie die Akademisierung und Imagepflege der Gruppe der Senioren voranzutreiben.

Die Arbeit mit Senioren stellt für den Heilpädagogen ein vielseitiges Handlungsfeld dar. Respektvoll und ressourcenorientiert zu agieren, sind die Grundlagen einer aktivierenden Versorgungsstruktur für betagte und hochbetagte Menschen. Das Arbeitsfeld kann sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor angegliedert sein. In diesem Vertiefungsmodul erlernen die Studierenden ihr Basiswissen in der Heilpädagogik mit geriatrischem Wissen zu integrieren. Förderbedürfnisse aufgrund von Apoplex (Schlaganfall), Demenz oder orthopädischen Folgeproblemen, wie beispielsweise einen Oberschenkelhalsbruch nach Sturz, sowie Spätfolgen eines Diabetes mellitus können entsprechend abgedeckt werden. Dabei ist es Aufgabe des Heilpädagogen, die Partizipation des ihm anvertrauten Klienten zu gewährleisten. Naomi Feil, Erwin Böhm und das Ehepaar Bobath zeigen Kommunikations- und Handlungsmodelle auf, welche das heilpädagogische Handeln unterstützen können, um den inklusiven Gedanken voranzubringen. Die Heilpädagogik in der Arbeit mit Senioren erfordert neben einer hohen empathischen Befähigung des Heilpädagogen, ein solides und weitreichendes Fachwissen.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • die Gefühls- und Erlebenswelt der Senioren zu verstehen und selbstständig Ideen zur gesunden Förderung zu entwickeln.
  • Senioren mit Depressionen und Suizidgedanken zu erkennen und interdisziplinäre Handlungsoptionen in den individuellen Alltag einzubetten.
  • Inklusion gesellschaftspolitisch einfordern zu können.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Gefühle

1.1 Emotionen: Biopsychosozialer Hintergrund

1.2 Herausforderungen für Betagte

1.3 Herausforderungen für Hochbetagte

1.4 Herausforderungen für das soziale Umfeld

1.5 Heilpädagogische Förderung

2. Inklusion

2.1 Hintergrund und Entstehungsgeschichte

2.2 Bedeutung und gesetzliche Verankerung

2.3 Die Inklusion von Senioren

2.4 Heilpädagogischer Arbeitsauftrag

2.5 Heilpädagogische Behandlungskonzepte

2.6 Die Heilpädagogik im gesamtgesellschaftlichen Kontext

3. Herausforderungen

3.1 Grenzen und Gegenstimmen

3.2 Fachkräftemangel und Burnout

3.3 Politisch akzeptierte Barrieren

3.4 Erschöpfung von Angehörigen

3.5 Finanzielle Aspekte

3.6 Krankheitsbilder wie Apoplex, Diabetes mellitus, Depression

4. Lösungen

4.1 Qualität durch Professionalität

4.2 Altersarmut verhindern

4.3 Werte gesellschaftspolitisch verankern

4.4 Bhutan – das Bruttonationalglück

4.5 Skandinavien – Innovation

4.6 Behandlungskonzepte

4.7 Das soziale Umfeld

4.8 Heilpädagogische Unterstützung

4.9 Interdisziplinäre Zusammenarbeit

5. Lebensformen

5.1 Menschen mit und ohne Behinderung/Förderbedarf in der Archegemeinschaft

5.2 Mehrgenerationenhäuser

5.3 Innovative Seniorenhäuser

5.4 Alternative Bauernhöfe

5.5 Die Familienlösung

5.6 Die Zusammenarbeit mit dem Heilpädagogen

Literatur:

  • Bartels, F. et al. (2016): Aktivierend-therapeutische Hilfe in der Geriatrie. Band 1: Grundlagen und Formulierungshilfen. Kohlhammer, Stuttgart.
  • Böhm, E. (2011): Verwirrt nicht die Verwirrten. Neue Ansätze geriatrischer Krankenpflege. 12. Auflage, Psychiatrie Verlag, Bonn.
  • Cassier-Woidasky, A.-K. et al. (Hrsg.) (2014): Pflege von Patienten mit Schlaganfall. Von der Stroke Unit bis zur Rehabilitation. Kohlhammer, Stuttgart.
  • Feil, N. (Hrsg.) (2016): „Sie haben meinen Ring gestohlen!“. Mit Validation verwirrten alten Menschen helfen (Reinhardts Gerontologische Reihe). 3. Auflage, München, Ernst Reinhardt Verlag.
  • Friedhoff, M./Schieberle, D. (Hrsg.) (2014): Praxis des Bobath-Konzepts. Grundlagen – Handling – Fallbeispiele (Pflegepraxis). 3. Auflage, Thieme, Stuttgart.
  • Heinze, R. G. et al. (Hrsg.) (2011): Grundriss Gerontologie. Wirtschaftliche Potentiale des Alters. Kohlhammer, Stuttgart.
  • Nydahl, P./Bartoszek, G. (Hrsg.) (2012): Basale Stimulation. Wege in der Pflege Schwerstkranker. 6. Auflage, Urban & Fischer, München.
  • Schelisch, L. (Hrsg.) (2015): Technisch unterstütztes Wohnen im Stadtquartier. Potentiale, Akzeptanz und Nutzen eines Assistenzsystems für ältere Menschen (Quartierforschung). Springer Fachmedien, Wiesbaden. Schumacher, B. (2018): Inklusion für Menschen mit Demenz. Exklusionsrisiken und Teilhabechancen. Springer VS, Wiesbaden.

  • Steigele, W. (2016): Bewegung, Mobilisation und Lagerung in der Pflege. Praxistipps für Bewegungsübungen und Positionswechsel. 2. Auflage, Springer, Berlin/Heidelberg.

Prüfungszugangsvoraussetzung:

  • Kursabhängig: Begleitende Online-Lernkontrolle (max. 15 Minuten je Lektion, bestanden / nicht bestanden)
  • Kursevaluation

Prüfungsleistung:

Klausur, 90 Min.

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 90
Selbstüberprüfung (in Std.): 30
Tutorien (in Std.): 30