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Novel Food and Health Claims (DLBEWWQME01)

Kursnummer:

DLBEWWQME01

Kursname:

Novel Food and Health Claims

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Wahlpflicht

Kursangebot: WS, SS

Course Duration: Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Grundsätzlich können Lebensmittel ohne lebensmittelrechtliche Bestimmungen, d. h. ohne eine vorherige Zulassungspflicht, in den Verkehr gebracht werden. Die sogenannten neuartigen Lebensmittel, welche als Novel Foods bezeichnet werden, bilden die Ausnahme. Denn Novel Foods unterliegen einer europäischen Regelung. Zum einen soll damit der Verbraucherschutz und zum anderen das Funktionieren des Binnenmarktes gewährleistet werden. Für das Inverkehrbringen dieser neuartigen Lebensmittel, welche in der Novel Food-Verordnung in Kategorien eingeteilt sind, ist eine gesundheitliche Bewertung Voraussetzung. Beispiele für Novel Foods sind Lebensmittel hergestellt aus Mikroorganismen, aus Pflanzenteilen, aus Zell- und Gewebekulturen und aus Nanomaterialien. Die Definitionen der Kategorien sind in Artikel 3 der Novel Food-Verordnung (EU) 2015/2283 aufgeführt. Die Zuordnung des neuartigen Lebensmittels in eine der vorgegebenen Kategorien bzw. die Feststellung, dass es in keine dieser Kategorien fällt, nimmt der Lebensmittelunternehmer selbst vor und kann bei Unsicherheiten die zuständige Behörde um Unterstützung bitten.

Health Claims beschreiben werbebezogenen Aussagen, die mit der Einführung der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 europaweit harmonisiert worden sind. Damit sind nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln und deren Werbung einheitlich geregelt. Zudem soll die Verordnung zum fairen Wettbewerb und zur Förderung von Innovationen beitragen. Gesundheitsbezogene Aussagen werden u. a. nach Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos oder über die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit unterschieden. Beschreibungen wie z. B. „ohne Zuckerzusatz“, „fettfrei“ oder „light“ weisen auf besondere Produkteigenschaften hin und machen den Endverbraucher darauf aufmerksam, dass es sich beispielsweise um ein fettarmes oder kalorienarmes Lebensmittel handelt. Die Health Claims-Verordnung stellt sicher, dass die Angaben fundiert sind und nicht willkürlich erfolgen können. Die Verordnung regelt, wann und wie nährwertbezogene Angaben auf Lebensmitteln gemacht werden dürfen. Dabei müssen die Angaben wissenschaftlich begründet und für den Durchschnittsverbraucher verständlich formuliert sein. Lebensmittelunternehmer dürfen nur die zugelassenen nährwertbezogenen Angaben auf den Etiketten verwenden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist in Deutschland für Novel Food und Health Claims die zuständige Behörde.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • Gründe für die Entwicklung einer Novel Food-Verordnung zu beschreiben.
  • eine Definition für neuartige Lebensmittel (Novel Foods) mit eigenen Worten in Abgrenzung zu konventionellen Lebensmitteln zu verfassen.
  • verschiedene Beispiele neuartiger Lebensmittel (Novel Foods) auf Grundlage der Kategorien, welche in der Novel Food-Verordnung VO (EG) Nr. 2015/2283 festgelegt sind, auszuführen.
  • die Vor- und Nachteile neuartiger Lebensmittel gegenüberzustellen.
  • das Zulassungsverfahren neuartiger Lebensmittel in Form eines Ablaufschemas zu visualisieren und zu erläutern.
  • die Vereinheitlichung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel in Form einer europäischen Rechtsgrundlage zu begründen.
  • die Bedeutung werbebezogener Aussagen aus der Perspektive des Lebensmittelunternehmers und des Endverbrauchers zu diskutieren.
  • verschiedene Lebensmittelangebote mit gesundheitsbezogenen Angaben zu beschreiben.
  • den Nutzen einer Health Claims-Verordnung VO (EG) Nr. 1924/2006 in Verbindung mit dem Schutz vor Täuschung gemäß Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) zu erklären.
  • Schnittstellen zwischen der Health Claims-Verordnung VO (EG) 1924/2006 und der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) VO (EG) 1169/2011 zu analysieren.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Verordnungen zur Informationspflicht über Lebensmittel

1.1 Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) VO Nr. (EG) 1169/2011

1.2 Health Claims-Verordnung VO (EG) Nr. 1924/2006

1.3 Novel Food-Verordnung VO (EG) Nr. 2015/2283

2. Verordnung über neuartige Lebensmittel (Novel Foods)

2.1 Anwendungsbereich: Inverkehrbringen neuartiger Lebensmittel in der Union

2.2 Verfahren zur Bestimmung des Status als neuartiges Lebensmittel

2.3 Zulassungsverfahren für ein neuartiges Lebensmittels

3. Begriffsbestimmungen, Kriterien und Kategorien (Beispiele) neuartiger Lebensmittel

3.1 Lebensmittel mit neuer oder gezielt veränderter Molekularstruktur

3.2 Lebensmittel aus Mikroorganismen, Pilzen oder Algen

3.3 Lebensmittel aus Mineralien, Pflanzen, Pflanzenteilen

3.4 Lebensmittel aus technisch hergestellten Nanomaterialien

4. Allgemeine Bestimmungen und zusätzliche Verfahrensbestimmungen

4.1 Vorschriften für die Überwachung nach dem Inverkehrbringen

4.2 Zusätzliche Auskunftspflichten seitens des Lebensmittelunternehmers

4.3 Vorschriften bei Verstößen und dazugehörige Sanktionen

5. Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel

5.1 Schutz des Endverbrauchers und Erleichterung der Wahlmöglichkeiten

5.2 Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

5.3 Nährstoffe mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkungen

6. Allgemeine Grundsätze und Anforderungen für alle Angaben

6.1 Angaben dürfen nicht falsch, nicht mehrdeutig oder irreführend sein

6.2 Angaben dürfen keine Zweifel über die Sicherheit und/oder die ernährungsphysiologische Eignung anderer Lebensmittel wecken

6.3 Angaben dürfen nicht zum übermäßigen Verzehr eines Lebensmittels ermutigen

7. Bedingungen für die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben

7.1 Verständnis für nährwert- oder gesundheitsbezogene Angaben sowie deren positive Wirkung vom Durchschnittsverbraucher

7.2 Nachweis über die signifikante Menge des Nährstoffs oder andere ausgelobte Substanzen im Produkt auf Basis wissenschaftlicher Nachweise

7.3 Bezug auf nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben gemäß Anweisung des Herstellers auf das verzehrfertige Lebensmittel

8. Nährwertbezogene Angaben und Bedingungen für ihre Verwendung (Beispiele)

8.1 Energiearm, Energiereduziert, Energiefrei

8.2 Zuckerarm, Zuckerfrei, ohne Zuckerzusatz

8.3 Erhöhter- bzw. reduzierter Anteil eines Nährstoffes

Literatur:

  • VERORDNUNG (EG) Nr. 178/2002 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit vom 28.01.2002
  • VERORDNUNG (EU) 2015/2283 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
    über neuartige Lebensmittel vom 25. November 2015

  • VERORDNUNG (EG) Nr. 1924/2006 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel vom 20. Dezember 2006
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 BETREFFEND DIE INFORMATIONE DER VERBRAUCHER ÜBER LEBENSMITTEL; Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) vom 25. Oktober 2011
  • LMIDV (Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung) Verordnung zur Durchführung unionsrechtlicher Vorschriften betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel vom 12.07.2017
  • LFGB (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch) Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch vom 01.09.2005
  • VIG (Verbraucherinformationsgesetz) Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Verbraucherinformation vom 05.11.2007

Prüfungszugangsvoraussetzung:

  • Kursabhängig: Begleitende Online-Lernkontrolle (max. 15 Minuten je Lektion, bestanden / nicht bestanden)
  • Kursevaluation

Prüfungsleistung:

Schriftliche Ausarbeitung: Hausarbeit

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 110
Selbstüberprüfung (in Std.): 20
Tutorien (in Std.): 20