Qualitätsmanagement Ernährung (DLBEWWQME)

Modulbezeichnung: Qualitätsmanagement Ernährung

Modulnummer:

DLBEWWQME

Semester:

--

Dauer:

Minimaldauer 1 Semester

Modultyp:

Wahlpflicht

Regulär angeboten im:

WS, SS

Workload: 300 h

ECTS Punkte : 10

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Unterrichtssprache:

Deutsch

Kurse im Modul:

Workload:

Selbststudium: 220 h
Selbstüberprüfung: 40
Tutorien: 40 h

Kurskoordinatoren/Tutoren::

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Modulverantwortliche(r):

Prof. Dr. Martina Heer

Bezüge zu anderen Programmen:

keine

Bezüge zu anderen Modulen im Programm:

  • Ernährungsphysiologie
  • Ernährungslehr
  • Angewandte Ernährungslehre
  • Qualitätsmanagement

Qualifikations- und Lernziele des Moduls :

Novel Food and Health Claims:
Nach erfolgreichem Abschluss sind die Studierenden in der Lage,

  • Gründe für die Entwicklung einer Novel Food-Verordnung zu beschreiben.
  • eine Definition für neuartige Lebensmittel (Novel Foods) mit eigenen Worten in Abgrenzung zu konventionellen Lebensmitteln zu verfassen.
  • verschiedene Beispiele neuartiger Lebensmittel (Novel Foods) auf Grundlage der Kategorien, welche in der Novel Food-Verordnung VO (EG) Nr. 2015/2283 festgelegt sind, auszuführen.
  • die Vor- und Nachteile neuartiger Lebensmittel gegenüberzustellen.
  • das Zulassungsverfahren neuartiger Lebensmittel in Form eines Ablaufschemas zu visualisieren und zu erläutern.
  • die Vereinheitlichung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel in Form einer europäischen Rechtsgrundlage zu begründen.
  • die Bedeutung werbebezogener Aussagen aus der Perspektive des Lebensmittelunternehmers und des Endverbrauchers zu diskutieren.
  • verschiedene Lebensmittelangebote mit gesundheitsbezogenen Angaben zu beschreiben.
  • den Nutzen einer Health Claims-Verordnung VO (EG) Nr. 1924/2006 in Verbindung mit dem Schutz vor Täuschung gemäß Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) zu erklären
  • Schnittstellen zwischen der Health Claims-Verordnung VO (EG) 1924/2006 und der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) VO (EG) 1169/2011 zu analysieren.

Gütesiegel für Lebensmittel und Verbraucherschutz:
Nach erfolgreichem Abschluss sind die Studierenden in der Lage,

  • Beteiligte und deren Position innerhalb eines Zertifizierungsverfahrens zu erläutern.
  • Ablauf eines Zertifizierungsverfahrens in Form eines Schemas zu visualisieren.
  • die Aussagekraft verschiedener Zertifikate, Prüf- und Gütesiegel in der Lebensmittelwirtschaft zu erklären.
  • die Motivation für den Erwerb von Zertifikaten, Prüf- und Gütesiegeln für den Lebensmittelunternehmer zu diskutieren.
  • verschiedene Auswahlkriterien für die Entscheidung eines Zertifikats, Prüf- und Gütesiegels gegenüberzustellen.
  • die Präsenz von Zertifikaten, Prüf- und Gütesiegeln im Einzel- und Großhandel darzustellen.
  • Unterschiede zwischen der Verpflichtung zur Lebensmittelsicherheit und der Freiwilligkeit von Qualitätsnachweisen zu veranschaulichen.
  • Zertifizierungsmöglichkeiten in der Lebensmittelwirtschaft zu beschreiben.
  • die Interessen des Einzel- und Großhandels an Zertifizierungen sowie Gütesiegeln zu diskutieren.
  • die Bedeutung von Prüf- und Gütesiegeln beim Lebensmitteleinkauf des Endverbrauchers zu analysieren.
  • den Nutzen von Gütesiegeln bei der Lebensmittelauswahl für den Endverbraucher zu erklären.
  • den Ablauf von Zertifizierungen anhand eines selbstgewählten Beispiels darzustellen.
  • den Einfluss von Zertifizierungen und Gütesiegeln auf den Erfolg eines Lebensmittelunternehmers zu begründen.

Lehrinhalt des Moduls:

Novel Food and Health Claims:

  • Kriterien neuartiger Lebensmittel
  • Zulassungsverfahren und Einfluss der zuständigen Behörden bei neuartigen Lebensmitteln
  • Anforderungen in der Novel Food-Verordnung VO (EU) Nr. 2015/2283 vom 25. Nvoember 2015
  • Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel
  • Nutzen von Informationen über Lebensmittel
  • Anforderungen in der Health Claims-Verordnung VO (EG) Nr. 1924/2006 vom 20. Dezember 2006

Gütesiegel für Lebensmittel und Verbraucherschutz:

  • Pflicht zur Lebensmittelsicherheit und Kür zu Qualitätsnachweisen
  • Zertifizierung, Akkreditierung und Auditierung
  • Bedeutung von Zertifikaten, Prüf- und Gütesiegeln
  • Lebensmittelangebote und deren Auswahlkriterien
  • Kombination: Verbraucherschutz und Schutz vor Täuschung
  • Lebensmittelsicherheits- und Qualitätskriterien

Lehrmethoden:

Siehe Kursbeschreibung

Literatur:

Siehe Literaturliste der vorliegenden Kursbeschreibungen

Anteil der Modulnote an der Gesamtabschlussnote des Programms :

--

Prüfungszulassungsvoraussetzung:

Abschlussprüfungen:

Siehe Kursbeschreibung

DLBEWWQME01:
Schriftliche Ausarbeitung: Hausarbeit (50%)
DLBEWWQME02:
Schriftliche Ausarbeitung: Fallstudie (50%)

Kursnummer:

DLBEWWQME01

Kursname:

Novel Food and Health Claims

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Wahlpflicht

Kursangebot :

Kursdauer : Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

Grundsätzlich können Lebensmittel ohne lebensmittelrechtliche Bestimmungen, d. h. ohne eine vorherige Zulassungspflicht, in den Verkehr gebracht werden. Die sogenannten neuartigen Lebensmittel, welche als Novel Foods bezeichnet werden, bilden die Ausnahme. Denn Novel Foods unterliegen einer europäischen Regelung. Zum einen soll damit der Verbraucherschutz und zum anderen das Funktionieren des Binnenmarktes gewährleistet werden. Für das Inverkehrbringen dieser neuartigen Lebensmittel, welche in der Novel Food-Verordnung in Kategorien eingeteilt sind, ist eine gesundheitliche Bewertung Voraussetzung. Beispiele für Novel Foods sind Lebensmittel hergestellt aus Mikroorganismen, aus Pflanzenteilen, aus Zell- und Gewebekulturen und aus Nanomaterialien. Die Definitionen der Kategorien sind in Artikel 3 der Novel Food-Verordnung (EU) 2015/2283 aufgeführt. Die Zuordnung des neuartigen Lebensmittels in eine der vorgegebenen Kategorien bzw. die Feststellung, dass es in keine dieser Kategorien fällt, nimmt der Lebensmittelunternehmer selbst vor und kann bei Unsicherheiten die zuständige Behörde um Unterstützung bitten.

Health Claims beschreiben werbebezogenen Aussagen, die mit der Einführung der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 europaweit harmonisiert worden sind. Damit sind nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln und deren Werbung einheitlich geregelt. Zudem soll die Verordnung zum fairen Wettbewerb und zur Förderung von Innovationen beitragen. Gesundheitsbezogene Aussagen werden u. a. nach Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos oder über die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit unterschieden. Beschreibungen wie z. B. „ohne Zuckerzusatz“, „fettfrei“ oder „light“ weisen auf besondere Produkteigenschaften hin und machen den Endverbraucher darauf aufmerksam, dass es sich beispielsweise um ein fettarmes oder kalorienarmes Lebensmittel handelt. Die Health Claims-Verordnung stellt sicher, dass die Angaben fundiert sind und nicht willkürlich erfolgen können. Die Verordnung regelt, wann und wie nährwertbezogene Angaben auf Lebensmitteln gemacht werden dürfen. Dabei müssen die Angaben wissenschaftlich begründet und für den Durchschnittsverbraucher verständlich formuliert sein. Lebensmittelunternehmer dürfen nur die zugelassenen nährwertbezogenen Angaben auf den Etiketten verwenden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist in Deutschland für Novel Food und Health Claims die zuständige Behörde.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • Gründe für die Entwicklung einer Novel Food-Verordnung zu beschreiben.
  • eine Definition für neuartige Lebensmittel (Novel Foods) mit eigenen Worten in Abgrenzung zu konventionellen Lebensmitteln zu verfassen.
  • verschiedene Beispiele neuartiger Lebensmittel (Novel Foods) auf Grundlage der Kategorien, welche in der Novel Food-Verordnung VO (EG) Nr. 2015/2283 festgelegt sind, auszuführen.
  • die Vor- und Nachteile neuartiger Lebensmittel gegenüberzustellen.
  • das Zulassungsverfahren neuartiger Lebensmittel in Form eines Ablaufschemas zu visualisieren und zu erläutern.
  • die Vereinheitlichung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel in Form einer europäischen Rechtsgrundlage zu begründen.
  • die Bedeutung werbebezogener Aussagen aus der Perspektive des Lebensmittelunternehmers und des Endverbrauchers zu diskutieren.
  • verschiedene Lebensmittelangebote mit gesundheitsbezogenen Angaben zu beschreiben.
  • den Nutzen einer Health Claims-Verordnung VO (EG) Nr. 1924/2006 in Verbindung mit dem Schutz vor Täuschung gemäß Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) zu erklären.
  • Schnittstellen zwischen der Health Claims-Verordnung VO (EG) 1924/2006 und der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) VO (EG) 1169/2011 zu analysieren.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Verordnungen zur Informationspflicht über Lebensmittel

1.1 Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) VO Nr. (EG) 1169/2011

1.2 Health Claims-Verordnung VO (EG) Nr. 1924/2006

1.3 Novel Food-Verordnung VO (EG) Nr. 2015/2283

2. Verordnung über neuartige Lebensmittel (Novel Foods)

2.1 Anwendungsbereich: Inverkehrbringen neuartiger Lebensmittel in der Union

2.2 Verfahren zur Bestimmung des Status als neuartiges Lebensmittel

2.3 Zulassungsverfahren für ein neuartiges Lebensmittels

3. Begriffsbestimmungen, Kriterien und Kategorien (Beispiele) neuartiger Lebensmittel

3.1 Lebensmittel mit neuer oder gezielt veränderter Molekularstruktur

3.2 Lebensmittel aus Mikroorganismen, Pilzen oder Algen

3.3 Lebensmittel aus Mineralien, Pflanzen, Pflanzenteilen

3.4 Lebensmittel aus technisch hergestellten Nanomaterialien

4. Allgemeine Bestimmungen und zusätzliche Verfahrensbestimmungen

4.1 Vorschriften für die Überwachung nach dem Inverkehrbringen

4.2 Zusätzliche Auskunftspflichten seitens des Lebensmittelunternehmers

4.3 Vorschriften bei Verstößen und dazugehörige Sanktionen

5. Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel

5.1 Schutz des Endverbrauchers und Erleichterung der Wahlmöglichkeiten

5.2 Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

5.3 Nährstoffe mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkungen

6. Allgemeine Grundsätze und Anforderungen für alle Angaben

6.1 Angaben dürfen nicht falsch, nicht mehrdeutig oder irreführend sein

6.2 Angaben dürfen keine Zweifel über die Sicherheit und/oder die ernährungsphysiologische Eignung anderer Lebensmittel wecken

6.3 Angaben dürfen nicht zum übermäßigen Verzehr eines Lebensmittels ermutigen

7. Bedingungen für die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben

7.1 Verständnis für nährwert- oder gesundheitsbezogene Angaben sowie deren positive Wirkung vom Durchschnittsverbraucher

7.2 Nachweis über die signifikante Menge des Nährstoffs oder andere ausgelobte Substanzen im Produkt auf Basis wissenschaftlicher Nachweise

7.3 Bezug auf nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben gemäß Anweisung des Herstellers auf das verzehrfertige Lebensmittel

8. Nährwertbezogene Angaben und Bedingungen für ihre Verwendung (Beispiele)

8.1 Energiearm, Energiereduziert, Energiefrei

8.2 Zuckerarm, Zuckerfrei, ohne Zuckerzusatz

8.3 Erhöhter- bzw. reduzierter Anteil eines Nährstoffes

Literatur:

  • VERORDNUNG (EG) Nr. 178/2002 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit vom 28.01.2002
  • VERORDNUNG (EU) 2015/2283 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
    über neuartige Lebensmittel vom 25. November 2015

  • VERORDNUNG (EG) Nr. 1924/2006 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel vom 20. Dezember 2006
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 BETREFFEND DIE INFORMATIONE DER VERBRAUCHER ÜBER LEBENSMITTEL; Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) vom 25. Oktober 2011
  • LMIDV (Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung) Verordnung zur Durchführung unionsrechtlicher Vorschriften betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel vom 12.07.2017
  • LFGB (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch) Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch vom 01.09.2005
  • VIG (Verbraucherinformationsgesetz) Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Verbraucherinformation vom 05.11.2007

Prüfungsleistung:

Schriftliche Ausarbeitung: Hausarbeit

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 110
Selbstüberprüfung (in Std.): 20
Tutorien (in Std.): 20

Kursnummer:

DLBEWWQME02

Kursname:

Gütesiegel für Lebensmittel und Verbraucherschutz

Gesamtstunden:

150 h

ECTS Punkte:

5 ECTS

Kurstyp: Wahlpflicht

Kursangebot :

Kursdauer : Minimaldauer 1 Semester

Zugangsvoraussetzungen:

keine

Kurskoordinator(en) / Dozenten / Lektoren:

Siehe aktuelle Liste der Tutoren im Learning Management System

Bezüge zu anderen Modulen:

Siehe Modulbeschreibung

Beschreibung des Kurses:

In allen Branchen bilden rechtliche Vorschriften die Grundlage für das unternehmerische Handeln. Doch die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und Verordnungen scheint den Akteuren nicht zu reichen. Denn neben den verbindlichen Vorgaben aus den jeweiligen Rechtsgrundlagen fordert der Markt weitere Bestätigungen. Ein wesentlicher Grund für die Einforderung von Zertifikaten scheint die gegenseitige Absicherung beim Geschäftsabschluss zu sein. Und einige Zertifikate werden sogar als Voraussetzung genutzt, um überhaupt in Geschäftsverhandlungen treten zu können, wie die anerkannten Lebensmittelstandards zeigen. Zertifizierung bedeutet Begutachtung durch einen unabhängigen Dritten. Umgangssprachlich wird der Begriff „Zertifizierung“ häufig mit dem Schlagwort „Überprüfung“ erklärt. Bei der Auswahl einer geeigneten Zertifizierungsstelle der Privatwirtschaft ist darauf zu achten, dass für die gewünschte Thematik eine Akkreditierung vorliegt. Akkreditierung kann mit einer Zulassung verglichen werden. Die Deutsche Akkreditierungsgesellschaft (DAkkS) überprüft und überwacht die Tätigkeiten der Zertifizierungsstelle und schreitet ggf. bei unlauteren Geschäftsgebaren ein. Bei einer akkreditierten Zertifizierungsstelle hat man eine gewisse Sicherheit, dass diese Stelle für die ausgewiesenen Aktivitäten zugelassen ist und im Weiteren fortlaufend überprüft wird. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) benennt u. a. Zertifizierungsstellen für Managementsysteme. Auch für die Auswahl eines Labors ist der Nachweis einer Akkreditierung relevant. Neben Zertifikaten werden im Rahmen von Geschäftsabschlüssen Konformitätsbestätigungen abgefragt, die in einem Streit- bzw. Haftungsfall als belastbare Zusage herangezogen werden können, um ggf. Ansprüche geltend zu machen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Zertifikate quasi als „Zugangsberechtigung“ zur Angebotsabgabe eingestuft werden. Darüber hinaus kann ein Zertifikat Bestandteil eines Vertrags sein und damit die Einhaltung bestimmter Vereinbarungen ergänzen. Zertifizierungen richten sich nach einer Bemessungsgrundlage aus, welche Bewertungskriterien beinhalten. Als Bemessungsgrundlage kann die Internationale Norm ISO 9001 mit dem Titel „Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen“ herangezogen werden, welche für alle Branchen anwendbar ist. Spezifische Branchenzertifizierungen werden beispielsweise durch den DEHOGA zur Klassifizierung von Hotels durchgeführt. Weiterhin bietet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Zertifizierungen, wie z. B. „JOB&FIT“, an, womit die Betriebsverpflegung aus Sicht bestimmter Ernährungskriterien kontrolliert wird. Basis dafür bildet der „DGE-Qualitätsstandard für die Betriebsverpflegung“. Verschiedene Labels werden unter www.label-online.de erklärt.

Kursziele:

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Studierenden in der Lage,

  • Beteiligte und deren Position innerhalb eines Zertifizierungsverfahrens zu erläutern.
  • Ablauf eines Zertifizierungsverfahrens in Form eines Schemas zu visualisieren.
  • die Aussagekraft verschiedener Zertifikate, Prüf- und Gütesiegel in der Lebensmittelwirtschaft zu erklären.
  • die Motivation für den Erwerb von Zertifikaten, Prüf- und Gütesiegeln für den Lebensmittelunternehmer zu diskutieren.
  • verschiedene Auswahlkriterien für die Entscheidung eines Zertifikats, Prüf- und Gütesiegels gegenüberzustellen.
  • die Präsenz von Zertifikaten, Prüf- und Gütesiegeln im Einzel- und Großhandel darzustellen.
  • Unterschiede zwischen der Verpflichtung zur Lebensmittelsicherheit und der Freiwilligkeit von Qualitätsnachweisen zu veranschaulichen.
  • Zertifizierungsmöglichkeiten in der Lebensmittelwirtschaft zu beschreiben.
  • die Interessen des Einzel- und Großhandels an Zertifizierungen sowie Gütesiegeln zu diskutieren.
  • die Bedeutung von Prüf- und Gütesiegeln beim Lebensmitteleinkauf des Endverbrauchers zu analysieren.
  • den Nutzen von Gütesiegeln bei der Lebensmittelauswahl für den Endverbraucher zu erklären.

Lehrmethoden:

Die Lehrmaterialien enthalten Skripte, Video-Vorlesungen, Übungen, Podcasts, (Online-) Tutorien und Fallstudien. Sie sind so strukturiert, dass Studierende sie in freier Ortswahl und zeitlich unabhängig bearbeiten können.

Inhalte des Kurses:

1. Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen

1.1 Verknüpfung von Wechselwirkungen im prozessorientierten Ansatz

1.2 Kundenorientierung, -anforderungen, -zufriedenheit

1.3 Lenkungen von Dokumenten und Aufzeichnungen

1.4 Erfüllung gesetzlicher und behördlicher Anforderungen

1.5 Bereitstellung und Management von Ressourcen

1.6 Planung und Entwicklung von Produktrealisierungen

2. Qualitätsmanagementsysteme – Begriffe

2.1 Qualitätspolitik und Qualitätsziele

2.2 Zertifizierung und Notifizierung

2.3 Akkreditierung und Auditierung

2.4 Validierung, Monitoring, Verifizierung

2.5 Kalibrierung, Eichung, Justierung

2.6 Rückverfolgbarkeit, Rückstellmuster (bzw. Rückstellproben), Rückruf

3. Siegel und Labels als Informationssysteme und Managementinstrumente

3.1 Gütezeichen für definierte Qualitätskriterien

3.2 Produktlabel als Hinweis für eine bestimmte Qualität

3.3 Umwelt- und Regionalzeichen als Zeichen für Nachhaltigkeit

3.4 Prüfzeichen als Bestätigung für gesetzliche Anforderungen

3.5 Test-Labels als Nachweis über durchgeführte Untersuchungen

3.6 Managementlabels als Information über Unternehmensstrategien

4. Überblick anerkannter Lebensmittelstandards und Normen

4.1 ISO 9001:2015 Qualitätsmanagementsysteme

4.2 ISO 14001:2015 Umweltmanagementsysteme

4.3 DIN EN ISO 22000:2005 Managementsysteme für die Lebensmittelsicherheit

4.4 ISO 31000:2009 Risikomanagement

4.5 IFS Food Standard zur Beurteilung der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln

4.6 BRC Global Standard for Food Safety

5. Themen und Inhalte für Prüfprogramme

5.1 Fairtrade und UTZ (Angaben über ressourcenschonenden Anbau)

5.2 Bio-Siegel (EG-Öko-Verordnung) und EU-Bio-Logo

5.3 Europäisches V-Label (Fleischfreie Lebensmittel)

5.4 Kennzeichnung regionaler Lebensmittel

5.5 Auslobungen zum Thema Geschmack mit „Clean Label“ (= sauberes Etikett)

5.6 Bewertungen im Bereich kontrollierter Tierschutz

Literatur:

  • DIN EN ISO 9001:2015-11 Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen
  • DIN EN ISO 14001:2015-11 Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung
  • DIN EN ISO 22000:2005-11 Managementsysteme für die Lebensmittelsicherheit - Anforderungen an Organisationen in der Lebensmittelkette
  • ISO 31000:2009-11 Risikomanagement - Allgemeine Anleitung zu den Grundsätzen und zur Implementierung eines Risikomanagements
  • IFS (International Featured Standards) Food Standard zur Beurteilung der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln, Version 6, April 2014.
  • BRC (British Retail Consortium) Global Standard for Food Safety, Issue 7 UK, January 2015
  • Codex Alimentarius RECOMMENDED INTERNATIONAL CODE OF PRACTICE GENERAL PRINCIPLES OF FOOD HYGIENE CAC/RCP 1-1969, Rev. 4-2003.
  • DS 3027E Dansk Standard, 2. Version 1998 Food safety according to HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) – Requirements to be met by food producing companies and their subcontractors.
  • VERORDNUNG (EG) Nr. 178/2002 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit vom 28.01.2002.
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 BETREFFEND DIE INFORMATIONE DER VERBRAUCHER ÜBER LEBENSMITTEL; Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) vom 25. Oktober 2011.
  • LMIDV (Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung) Verordnung zur Durchführung unionsrechtlicher Vorschriften betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel vom 12.07.2017.
  • LFGB (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch) Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch vom 01.09.2005.
  • VIG (Verbraucherinformationsgesetz) Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Verbraucherinformation vom 05.11.2007.

Prüfungsleistung:

Schriftliche Ausarbeitung: Fallstudie

Zeitaufwand Studierende (in Std.): 150

Selbststudium (in Std.): 110
Selbstüberprüfung (in Std.): 20
Tutorien (in Std.): 20