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Wissenswertes rund ums Studium - IUBH Fernstudium

Wissenswertes rund ums Studium

Lernmethoden und Tipps zum effektiven Lernen

Viele Studierende suchen während ihres Studiums nach der einen, effektivsten und im besten Fall auch noch effizientesten Lernmethode. Diese Suche gleicht einem langwierigen Prozess, bei dem mehrere Lernmethoden ausprobiert und ihre Wirksamkeit geprüft werden müssen.

Grundsätzlich lassen sich keine pauschalen Aussagen darüber treffen, welche Lernmethode am besten geeignet ist. Es kommt dabei sehr stark auf die eigene Person und die eigene Lernveranlagung an. Nichtsdestotrotz gibt es einige Lernmethoden-„Dauerbrenner“, die sich breiter Beliebtheit erfreuen. In diesem Artikel stellen wir Dir einige davon vor und geben Dir außerdem wertvolle Lerntipps mit auf den Weg.

Bewährte Lernmethoden

Lernen mit Karteikarten

Das Lernen mit Karteikarten kennen viele noch aus der Schulzeit und im Zusammenhang mit dem Lernen von Vokabeln. Es lassen sich jedoch nicht nur einzelne Begrifflichkeiten, sondern auch ganze Fragestellungen effektiv lernen. Dein Lernprozess setzt bereits beim Erstellen der Karteikarten ein. Versuche, auf der Vorderseite gezielte Fragen zu formulieren, wie sie vielleicht auch in einer Klausur gestellt werden könnten. Durch die Formulierung von Fragen setzt Du Dich bereits ausführlich mit der Thematik auseinander und deckst gegebenenfalls zu vertiefende Themenfelder auf.

Falls Du nicht so viel Zeit in die Erstellung von Karteikarten investieren möchtest, kannst Du auch einfach einen einzelnen markanten Begriff auf die Vorderseite schreiben. Wichtig ist in allen Fällen, dass Du beim Lesen der Vorderseite weißt, um welche Thematik es sich handelt und was Du Dich an dieser Stelle eigentlich abfragen wolltest. Unpräzise Formulierungen können dazu verleiten, die Frage gar nicht erst zu bedenken, sondern direkt zur Antwort auf der Rückseite überzugehen.

Für einen besseren Überblick über Deine Karteikarten kannst Du einen Karteikartenkasten oder ein ähnliches Behältnis verwenden. Alternativ kannst Du die Karteikarten auch einfach auf verschiedenen Stapeln ablegen. Die Karteikarten solltest du nach folgenden Kategorien ordnen:

  • Noch unbearbeitete Karteikarten
  • Karteikarten, die noch wiederholt werden müssen
  • Karteikarten, die bereits mehrfach richtig beantwortet wurden
Bewährte Lernmethoden

Mitschriften ordnen

Mit gut strukturierten Aufzeichnungen lässt sich zeiteffizienter und besser lernen. Eine klare Struktur unterstützt Dich dabei, das Geschriebene im Nachhinein schneller aufzunehmen und gegebenenfalls Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

Hierzu kann es hilfreich sein, Dir ein eigenes Farbsystem auszudenken, nach dem Du bestimmte Textteile in unterschiedlichen Farben notierst. So könnten Anmerkungen des Dozenten etwa in Rot, eigene spontane Gedankengänge in Grün und der Rest der Mitschrift in der Farbe des Füllers oder Kugelschreibers notiert werden.

Falls Du Dich jetzt fragen solltest, wie Du denn bitte während der ohnehin schon schreiblastigen Veranstaltung auch noch mit verschiedenen Farben hantieren sollst - Keine Sorge, die Mitschriften lassen sich im Nachgang immer noch strukturieren. Achte jedoch darauf, dass zwischen Mitschrift und Nachbereitung nicht zu viel Zeit verstreicht, sodass die Erinnerung an das Geschriebene noch frisch ist.

Bewährte Lernmethoden

Loci-Methode

Bei der Loci-Methode (Locus lateinisch für Ort) werden Informationen mit Orten verknüpft. Die Methode basiert auf dem Grundsatz, dass das menschliche Gehirn assoziative Bilder leichter behält als reine Informationen in Textform. Die Loci-Methode ist leicht durchzuführen und zeitgleich sehr effektiv, wenn es darum geht, Informationen über längere Zeit abrufbar zu machen.

Den Ausgangspunkt der Loci-Methode bildet eine erdachte Umgebung mit mehreren markanten Stellen. Die Umgebung kann real oder aber fiktiv sein. Als Beispiel kannst Du Dir Deinen Weg von Zuhause zur Uni vorstellen. Dein Weg startet Zuhause und endet an der Universität. Auf Deinem Weg begegnest Du einigen aufeinanderfolgenden interessanten Stellen (sogenannte Ankerpunkten), die Dir im Gedächtnis bleiben. Merke Dir diese Orte in der Reihenfolge, in der Du sie passierst. Jede Information wird an einen Ankerpunkt geknüpft. Die Verknüpfung muss nicht immer Sinn ergeben. Das Gegenteil ist der Fall: Je abstrakter die Verknüpfung ist, desto besser lässt sich das Bild samt Information einprägen.

Angenommen, Du hast Dir auf Deinem Web zur Uni unter anderem die drei Ankerpunkte: Haustür, Nachbarhaus und Bushaltestelle gemerkt. Für Deinen nächsten Einkauf möchtest Du Dir gerne drei Lebensmittel merken. Du brauchst: Nudeln, Milch und Käse.

Haustür: Du bist spät dran und verlässt das Haus. Als Du die Türschwelle hinabtrittst und nach oben schaust, wirst Du von einer dunklen Wolke begrüßt, die Nudeln auf Dich herabregnen lässt. (Nudeln)

Nachbarhaus: Als Du die Straße betrittst, grüßt Dich von der anderen Straßenseite Dein Nachbar. Er führt seine Kuh Gassi. (Milch)

Bushaltestelle: An der Bushaltestelle angekommen, trifft auch schon der Bus ein. Er fährt Dich auf seinen großen runden Käsereifen zur Arbeit. (Käse)

Kurze und fantasievolle Geschichten sind eine gute Möglichkeit, um die einzuprägenden Informationen mit den Ankerpunkten zu verknüpfen. Ist die Methode einmal geübt, lässt sich das Loci Prinzip auch auf umfangreichere Lernkomplexe anwenden.

Bewährte Lernmethoden

Mind-Mapping

Falls Du eher kreativ und visuell veranlagt bist, dann kannst Du der Lernmethode des Mind-Mappings sicherlich etwas abgewinnen. Ausgehend von einem bestimmten Schlüsselwort, das in der Regel zentral notiert wird, sammelst Du Deine Ideen in einer zweigartigen Übersicht. Der Verlauf der Linien hilft Dir dabei, Beziehungen zwischen einzelnen Aspekten zum Ausdruck zu bringen.

Deine Mind-Maps kannst Du ganz klassisch mit Papier und Stift oder aber digital und online mit spezieller Mind-Mapping-Software und praktischen Online-Tools erstellen. FreePlane und FreeMind sind quelloffene und kostenlos verfügbare Programme, mit denen Du Deine Mind-Maps am Computer zusammenbasteln kannst.

Die Lernmethode des Mind-Mappings überzeugt vor allem dann, wenn es darum geht, sich einen ersten thematischen Überblick über die Lerninhalte zu verschaffen und Beziehungsgeflechte zwischen einzelnen Aspekten herauszustellen.

Bewährte Lernmethoden

Lernen in der Gruppe

Bei dieser Lernmethode scheiden sich die Geister. Während manche Studierende lieber für sich und alleine lernen, gibt es auch solche, die das Lernen in Lerngruppen bevorzugen.

Unter Beachtung einiger essentieller „Spielregeln“ können Lerngruppen dem „Eigenbrötlertum“ in vielerlei Hinsicht überlegen sein:

  • Die Lerngruppe sollte in zeitlich festgelegten und regelmäßigen Abständen zusammenfinden
  • Vor jeder Lerneinheit sollte eine thematische Zielsetzung formuliert werden
  • Die thematische Vorbereitung aller Beteiligten spielt eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Produktivität der gesamten Lerngruppe
  • Achtet darauf, dass ein roter Faden verfolgt und nicht in private Unterhaltungen abgetaucht wird
  • Eine klare Kommunikation und eine fortlaufende Evaluation kann Streitpotential innerhalb der Gruppe rechtzeitig aufdecken und entschärfen

In gut organisierten Lerngruppen profitieren im besten Fall alle Beteiligten. Diejenigen, die den Inhalt bereits gut verinnerlicht haben, können diesen den restlichen Gruppenmitgliedern noch einmal mit eigenen Worten vermitteln. Da Du den Lernstoff noch einmal verbalisierst, wird das Gelernte erneut in das Gedächtnis gerufen und daraufhin gefestigt.

Auf der anderen Seite profitieren die Gruppenmitglieder, die den Inhalt noch nicht vollständig verstanden haben, von der Expertise der anderen. Der direkte Vergleich mit Kommilitonen gibt Dir außerdem Auskunft über Deinen derzeitigen Lernfortschritt und deckt potentiellen Nachholbedarf auf. Somit kannst Du Deine Prüfungsvorbereitung rechtzeitig anpassen und Dich bestens auf Deine Prüfungen vorbereiten.

Letztlich punktet eine Lerngruppe schon allein durch die Verbindlichkeit, die von ihr ausgeht. Dadurch, dass Du Dich mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen Lernen verabredest, scheint es weniger wahrscheinlich, dass Dein innerer Schweinehund die Oberhand gewinnt und Du Dich vor dem Lernen drückst. Außerdem übst Du nicht nur für Dein Studium, sondern stärkst ebenfalls wichtige Softskills wie Team- und Kommunikationsfähigkeit oder planerische Talente.

Lerntipps

Abschließend möchten wir Dir noch einige praktische Lerntipps mit auf den Weg geben, die Deinen Lernprozess effektiver und nachhaltiger gestalten könnten.

Lerntipp 1: Zielsetzung

Setze Dir vor Deinen Lerneinheiten klare Ziele und halte diese schriftlich fest. Sie geben Dir Ansporn und versprühen nach Zielerreichung ein Gefühl der Entlastung. Das Durchstreichen der von Dir erreichten Ziele mag auf den ersten Blick banal erscheinen, kann Dir aber neue Motivation bringen.

Achte darauf, dass Deine Ziele SMART formuliert sind. Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht Dir das Vorgehen:

Marketing nachbereiten.

Spezifisch:

Beschreibe Deine Ziele möglichst genau.
Die Inhalte der letzten Marketingvorlesung im Skript nachbereiten.

Messbar:

Drücke Deine Ziele in messbaren Größen aus. So kannst Du hinterher besser beurteilen, inwieweit Du Deine Ziele erreicht hast.
Die Seiten 55-77 im Marketingskript nachbereiten.

Ansprechend:

Formuliere Deine Ziele möglichst positiv. Ansprechende Ziele wirst Du mit weniger Mühe verfolgen können als sich Dir widerstrebende Ziele.
Die Seiten 55-77 im Marketingskript nacharbeiten, um in der nächsten Klausur mit der Note 1,3 abzuschneiden.

Realistisch:

Unrealistische Ziele bleiben nicht nur unerfüllt, sondern stimmen Dich im schlimmsten Fall auch noch unzufrieden. Verlange Dir selbst also nicht zu viel ab und setze Dir lieber Stück für Stück kleine und erreichbare Ziele als ein großes unrealistisches Ziel.
Die Seiten 55-66 im Marketingskript nacharbeiten, um in der nächsten Klausur mit der Note 1,7 abzuschneiden.

Terminiert:

Setze Dir selber einen Zeitraum, in dem Du Dein Ziel erfüllt haben möchtest.
Bis morgen die Seiten 55-66 im Marketingskript nacharbeiten, um in der nächsten Klausur mit der Note 1,7 abzuschneiden.

Lerntipp 2: Wiederholen, nicht vergessen

Der Psychologe Hermann Ebbinghaus hat bereits 1885 festgestellt, dass Gelerntes mit der Zeit verloren geht. Demnach behalten wir nach einigen Tagen nur noch 20 Prozent von dem im Gedächtnis, was wir zuvor gelernt haben.

Umso wichtiger ist es, das Gelernte zu wiederholen. Regelmäßige Wiederholungen führen dazu, dass das Gelernte aus Deinem Zwischenspeicher (dem Hippocampus) in Dein Langzeitgedächtnis (die Großhirnrinde) verschoben wird. Dieser Prozess vollzieht sich im Schlaf. Dabei werden die am Tag angesammelten Informationen vom Hippocampus an die Großhirnrinde weitergegeben und gefestigt. Das Gehirn setzt hierbei jedoch zum Teil Prioritäten, wobei nicht immer alle Informationen übertragen werden. Oftmals festigen sich emotionale und dramatische Erlebnisse eher, als es nüchterne Informationen tun. Aus diesem Grund ist es besonders effektiv, wenn Du unmittelbar vor dem Schlafen gehen lernst. So gehst Du sicher, dass Deine Lerninhalte von keinen anderen Eindrücken überschrieben werden.

Lerntipp 3: Pausen einlegen und richtig nutzen

Du solltest stets darauf achten, neben dem Lernen auch genügend Pausen einzulegen. Vermeide es unbedingt, mehrere Stunden am Stück ununterbrochen zu lernen. Das tut weder Dir noch Deinem Körper gut und trägt nur wenig zu Deinem Lernerfolg bei. Besser ist es, je nach persönlichem Empfinden, eine kurze Pause einzuschieben (zum Beispiel nach einer Stunde lernen 10-15 Minuten Pause).

Nutze Deine Pausen, um zu entspannen und Deine Energiereserven wieder aufzuladen. Lies ein entspannendes Buch, iss etwas oder schnapp ein bisschen frische Luft bei einem revitalisierenden Spaziergang. Das ohnehin schon vom Lernen strapazierte Gehirn sollte in den Pausen nicht auch noch mit Reizen überflutet werden. Vermeide es daher, Filme zu gucken oder Videospiele zu spielen.

Lerntipp 4: Belohnen nicht vergessen!

Und letztlich auch sehr wichtig: Belohne Dich für Deine Lernerfolge. Geh ins Kino, unternimm etwas mit Freunden oder erfülle Dir einen langersehnten Wunsch. Hierzu definierst Du vor dem Lernen ein Lernziel, das für Deine Belohnung erfüllt sein muss. So tust Du Dir selbst etwas Gutes, schaffst Dir einen Ansporn zum Lernen und belohnst Dich für Deinen Fleiß.