Sie sind hier: Rund ums Studium Wissenswertes rund ums Studium
Studieren mit Beeinträchtigung
MENUMENU
MENUMENU
Wissenswertes rund ums Studium - IUBH Fernstudium

Wissenswertes rund ums Studium

Wissenswertes zum Studieren mit Beeinträchtigungen

Mehr als 264.000 der Studierenden in Deutschland leiden unter einer Beeinträchtigung, die sich studienerschwerend auswirkt. Im Folgenden erläutern wir die unterschiedlichen Arten der Beeinträchtigungen und gehen auf die Anzahl der Betroffenen ein. Wir informieren Dich über die einzelnen Gesetze und Richtlinien und stellen Dir Gremien und Beratungsstellen vor.

Studierender im Rollstuhl beim Lernen mit einem Kommilitonen beim Lernen

Arten der Beeinträchtigung

Es gibt unterschiedliche Erkrankungen und Krankheitsbilder, die Dir das Studieren erschweren können. Folgende Arten der Beeinträchtigung gibt es:

  • Mobilitätsbeeinträchtigung
  • Seh-, Hör- und Sprechbeeinträchtigung
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen
  • Chronische Erkrankungen wie Rheuma, Morbus Crohn oder Diabetes
  • Teilleistungsstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie

Statistiken zum Studium mit Behinderung

In Deutschland waren elf Prozent der Studierenden im Sommersemester 2016 durch eine oder mehrere gesundheitliche Beeinträchtigungen in ihrem Studium eingeschränkt. Das entspricht zirka 264.000 Studierenden, wohingegen es im Jahr 2012 nur 137.000 Studierende waren.

Im Jahr 2011 veröffentlichte das Studentenwerk eine ausführliche Datenerhebung zum Thema „beeinträchtigt studieren“. Etwa 16.000 Studierende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten nahmen an der Umfrage teil und gaben Auskunft darüber, wie sich Beeinträchtigungen bei der Organisation und Finanzierung des Studiums auswirken. Informationen über die zentralen Ergebnisse der Befragung erhältst Du hier:

Etwa 45 Prozent der befragten Studierenden gaben an, dass sie durch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Essstörungen oder Persönlichkeitsstörungen am stärksten im Studium beeinträchtigt werden. Bei 20 Prozent der Befragten wirkt sich eine chronische Krankheit negativ auf ihr Studium aus. Etwa sechs Prozent nannten eine Teilleistungsstörung als Beeinträchtigung. Überwiegend handelte es sich dabei um Legasthenie, Dyslexie oder Dyskalkulie.

Weiterhin waren fünf Prozent der Betroffenen durch Sehbeeinträchtigungen, vier Prozent durch Mobilitätseinschränkung und drei Prozent durch eine Hör- oder Sprechbeeinträchtigung in ihrem Studium eingeschränkt. 22 Prozent der Studierenden mit Bewegungsbeeinträchtigung litten zudem häufiger unter chronischen Schmerzen.

Nur acht Prozent der Studierenden verfügen dabei über einen Schwerbehindertenausweis – in den meisten Fällen blinde und gehörlose Studierende sowie Studierende mit eingeschränkter Mobilität. Von psychischen Beeinträchtigungen oder Teilleistungsstörungen betroffene verfügen kaum über einen solchen Nachweis. Allerdings fühlen sich Studierende ohne amtlich festgestellte Behinderung gleichermaßen im Studium benachteiligt. Die Betroffenen machten folgende Angaben:

  • Beeinträchtigung wirkt sich stark/sehr stark auf das Studium aus (60 Prozent), besonders bei psychischen Erkrankungen/Mehrfachbeeinträchtigungen
  • Beeinträchtigung wurde erst im Laufe des Studiums erworben (25 Prozent)
  • Beeinträchtigung ist für Außenstehende nicht offensichtlich wahrnehmbar (66 Prozent)

Bei Studierenden mit Beeinträchtigung überwiegt der Anteil von Frauen leicht. Mehr Frauen geben an, von einer psychischen oder chronisch-somatischen Erkrankung betroffen zu sein. Männer sind hingegen öfter von einer Bewegungseinschränkung oder Teilleistungsstörung im Studium beeinträchtigt.

Im Schnitt verlängert sich die Studienzeit von Studierenden mit Beeinträchtigung um einige Monate: Bei der Erstzulassung sind die Betroffenen durchschnittlich drei Monate jünger als ihre Kommilitonen, schließen das Studium aber deutlich später ab. Zum Befragungszeitpunkt waren die Betroffenen im Mittel bereits neun Monate älter als der Durchschnitt aller Studierenden.

In Bezug auf die Studienwahl verzeichnete die Umfrage die folgende Verteilung bei Studierenden mit Beeinträchtigung:

  • 23 Prozent: Naturwissenschaften/Mathematik
  • 20 Prozent: Sprach-/Kulturwissenschaften
  • 17 Prozent: Ingenieur-/Rechts-/Wirtschaftswissenschaften

Nur 25 Prozent der Studierenden mit Beeinträchtigung nutzten Beratungsangebote zu beeinträchtigungsspezifischen Fragen, obwohl 60 Prozent von starken oder sehr starken Einschränkungen und Erschwernissen im Studium betroffen waren. Sie nutzten dabei Beratungsangebote

  • der Hochschulen (sechs Prozent)
  • der Studentenwerke (drei Prozent)
  • der studentischen Selbstverwaltung (zwei Prozent)

Am häufigsten nutzten Studierende mit Beeinträchtigung die psychologischen Beratungsstellen der Hochschulen und Studentenwerke. Studierende mit Sinnes- oder Mobilitätseinschränkungen wendeten sich zur Beratung überdurchschnittlich häufig an den Behindertenbeauftragten der Hochschulen. Hingegen suchten Studierende mit psychischen Erkrankungen am meisten – und fast ausschließlich – psychosoziale Beratungsstellen auf. Hauptthemenfelder der Beratung von Betroffenen durch Behindertenbeauftragte sind:

  • Umgang mit der eigenen Beeinträchtigung
  • Organisation des Studiums
  • Gestaltung und Durchsetzung von Nachteilsausgleichen

Als Grund für die Nichtnutzung gab ein Drittel der Befragten an, keinen Bedarf an Beratung zu haben. Außerdem fühlte sich ein Drittel der Studierenden mit Beeinträchtigung von den vorhandenen Beratungsangeboten nicht angesprochen. Beinahe die Hälfte der Betroffenen verzichtete auf die Nutzung von Beratungsangeboten, um das Bekanntwerden der Beeinträchtigung zu verhindern. Fast zwei Drittel der Studierenden mit psychischen Beeinträchtigungen verzichten aus diesem Grund auf Beratung.

Gesetze und Richtlinien zum Umgang mit Behinderungen

Gesetzliche Definition: Behinderung

Eine Behinderung ist im Sozialgesetzbuch Neuntes Buch folgendermaßen definiert: „Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie […] an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft […] hindern können.“

International

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen trat 2009 in Deutschland in Kraft. Es bekräftigt im Artikel 24 das Recht auf Bildung. Die Behindertenrechtskonvention verpflichtet darin die Vertragsstaaten, Behinderten eine Teilhabe an einem uneingeschränkten Bildungssystem zu ermöglichen.

National

Das Grundgesetz besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind und niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf (Artikel 3, Absatz 1 und 3 Satz 2 Grundgesetz).

Im Hochschulrahmengesetz ist verankert, dass Hochschulen dafür Sorge tragen müssen, dass beeinträchtigte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können (Kapitel 1, Paragraph 2, Absatz 4, Satz 2).

In den einzelnen Bundesländern wurden die Regelungen aus dem Hochschulrahmengesetz übernommen. Teilweise wurden Ergänzungen in den Landeshochschulgesetzen vorgenommen, beispielsweise zum Erlass von Langzeitstudiengebühren.

 

Zusammenfassend schreiben gesetzliche Regelungen vor:

  • Recht auf Bildung
  • Gleichheit vor dem Gesetz
  • Keine Benachteiligungen

 

Gremien und Beratungsstellen für ein Studium mit Behinderung

Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)

Wenn Du Interesse an einem Studium hast, berät Dich die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerkes. Die IBS hat das ausführliche Handbuch „Studium und Behinderung“ zusammengestellt, in dem Du Informationen zu allen relevanten Themen findest.

Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)
Monbijouplatz 11
10178 Berlin
Telefon: 030/29 77 27 64
E-Mail: studium-behinderung@studentenwerke.de
Website: www.studentenwerke.de/behinderung

Beratungsgespräch für ein Studium mit Behinderung

Behindertenbeauftragter der Hochschule

Der Behindertenbeauftragte kümmert sich um die Belange der Studierenden mit Behinderung oder chronischen und psychischen Krankheiten. Je nach Bundesland haben die Beauftragten unterschiedliche Aufgaben, beispielsweise persönliche Beratung, individuelle Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen oder Verwaltung technischer Hilfsmittel. Die Beratung findet vor Ort an der jeweiligen Hochschule statt. Bei Interesse an einem Studium kann die Kontaktaufnahme auch telefonisch oder schriftlich erfolgen.

 

Zuständiges Studentenwerk

Dein zuständiges Studentenwerk berät Dich zu allen Fragen rund um Dein Studium. Eine Übersicht über die Studentenwerke in Deutschland mit den jeweiligen Zuständigkeiten für die Hochschulstädte findest Du hier: https://www.studentenwerke.de/de/landkarte

 

Bundesbeauftragte für Behinderung

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen hat folgende Aufgaben:

  • Mitgestaltung politischer und sozialer Rahmenbedingungen
  • Information und Beratung
  • Öffentlichkeitsarbeit leisten
  • Verbreiten des Inklusionsgedankens

Website: https://www.behindertenbeauftragte.de

 

Weitere Anlaufstellen

Je nach Beeinträchtigung gibt es verschiedene Vereine und Verbände, die Dir beratend und unterstützend zur Seite stehen. Du findest die Kontakte im jeweiligen Artikel.

In Selbsthilfegruppen kannst Du andere Betroffene kennenlernen und mit ihnen Deine Erfahrungen austauschen.

Einen Überblick zum Studieren mit Beeinträchtigung als PDF kannst Du hier downloaden.

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen

Logo - CHEranking - IUBH Fernstudium
Logo - Fibaa - IUBH Fernstudium
Logo - Wissenschaftsrat - IUBH Fernstudium
Logo - Zuf - IUBH Fernstudium
Logo - Tedqual - IUBH Fernstudium
Logo - Hsd - IUBH Fernstudium