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Studieren mit Beeinträchtigung – Chronische Krankheiten im Studium
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Wissenswertes rund ums Studium - IUBH Fernstudium

Wissenswertes rund ums Studium

Informationen für Studierende mit chronischen Krankheiten

Im folgenden Artikel geben wir Dir Informationen zum Studium mit Langzeiterkrankungen wie Morbus Crohn, Rheuma und Diabetes. Wir gehen auf die potentiellen Beeinträchtigungen der einzelnen Erkrankungen während des Studiums ein. Außerdem erklären wir besondere Regelungen hinsichtlich Abgabefristen, Krankheitszeiten und Urlaubssemestern. Weiterhin informieren wir zu universitären Beratungsangeboten und spezifischen Beratungsstellen.

Hier erfährst Du, dass

  • Dir auch mit einer chronischen Krankheit alle Möglichkeiten für ein Studium offenstehen.
  • es immer eine Lösung für krankheitsbedingte Fehlzeiten gibt.
  • der Behindertenbeauftragte Deiner Hochschule auch für Studierende mit chronischen Erkrankungen zuständig ist.
Studentin mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung hat Schmerzen

Studieren mit CED: Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa

Die Crohn-Krankheit zählt zu den chronisch entzündlichen Darmkrankheiten. Sie tritt oft schon in jungen Jahren zwischen 15 und 35 Jahren auf.[i] Die Erkrankung kann alle Abschnitte des Verdauungstraktes befallen und tritt besonders häufig im unteren Bereich des Dünndarms auf. Colitis Ulcerosa ist die zweite weit verbreitete chronisch entzündliche Darmkrankheit, welche im jungen Alter auftritt. Sie betrifft den Dickdarm.

Akuter Durchfall und krampfartige Bauchschmerzen zählen zu den Symptomen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen, abgekürzt CED. Typisch ist der in Schüben auftretende Krankheitsverlauf, was ein Studium erschweren kann. Aufgrund der vorkommenden Schübe kann es passieren, dass Du für längere Zeit dem Hochschulalltag fernbleiben musst. Operationen und Krankenhausaufenthalte sind keine Seltenheit bei chronischen Darmerkrankungen. Wie Du mit krankheitsbedingten Fehlzeiten umgehst und was Du beachten musst, erfährst Du weiter unten.

Anlaufstellen für Studierende mit CED

Das Netzwerk für Studierende mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gibt Betroffenen Hinweise zum Studienalltag, Erfahrungsberichte von anderen Studierenden sowie persönliche Beratung. Um Jugendliche auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen aufmerksam zu machen und um das Verständnis für die Probleme zu stärken, wurden im Rahmen eines Projektes der Kunsthochschule Kiel Armbänder mit Sprüchen entwickelt.

Die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung bietet persönliche Beratung, vermittelt Kontakte zu Ärzten und Krankenhäusern und unterstützt bei Problemen mit den Krankenkassen. Sie ist der Selbsthilfeverband für die 400.000 CED-Erkrankten in Deutschland.

Der Lila Hoffnung - CED und Darmkrebshilfe e. V. möchte das Thema Darmerkrankungen aus der Tabuzone holen und erfüllt Wünsche für erkrankte Patienten.

Studieren mit Rheuma

Rheuma wird als Überbegriff für verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates verwendet, bei denen typischerweise ein reißender, ziehender Schmerz auftritt. Die Erscheinungsformen rheumatischer Erkrankungen sind unterschiedlich und betreffen Menschen aller Altersklassen. Etwa 100 verschiedene Krankheiten werden mit dem Sammelbegriff „Rheuma“ zusammengefasst. Dazu zählen:[i]

  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen (zum Beispiel rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew)
  • Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Rheumatische Erkrankungen der Weichteile (zum Beispiel Fibromyalgie)
  • Stoffwechselstörungen mit rheumatischen Beschwerden
  • Chronische Knochenerkrankungen
Schmerzen im Handgelenk bei Studentin mit Rheuma

Die Erkrankungen treffen fast immer an den Bewegungsorganen auf. Damit verbundene Schmerzen und Schwellungen können zu Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit führen. Dadurch wird zum Beispiel das Schreiben erschwert. Zu diesen Beschwerden kommt oft noch ein allgemeines Krankheitsgefühl, was die aktive Teilnahme am Hochschulalltag während eines starken Rheuma-Schubs fast unmöglich macht. Wie Du mit einem krankheitsbedingten Ausfall während des Studiums umgehst, erfährst Du weiter unten.

Anlaufstellen für Studierende mit Rheuma

Die Deutsche Rheuma-Liga ist die zentrale Anlaufstelle für Betroffene in Deutschland. Auf der Webseite findest Du eine Auflistung verschiedener Beratungsangebote. Ebenso werden Informationen zu Landesverbänden der Rheuma-Liga bereitgestellt, sodass Du Ansprechpartner in Deiner Nähe finden kannst. Nützlich ist die Linkliste „Einstieg in das Berufsleben oder Studium“, in der weiterführende Informationen zum Thema Studium und Behinderung gesammelt werden.

Auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie findest Du eine Auflistung von Selbsthilfe-Organisationen für verschiedene rheumatische Erkrankungen.

Studieren mit Diabetes

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit. Der Blutzucker ist aufgrund eines Insulinmangels chronisch erhöht, weshalb die Erkrankung umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Es besteht die Gefahr von Begleit- und Folgeerkrankungen wie einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Augenerkrankungen oder Nierenbeschwerden.

Wenn Du die Möglichkeit hast, Deinen Stundenplan selbst zu gestalten, plane Zeit für regelmäßige Mahlzeiten und Ruhepausen ein. Informiere zudem Deinen Dozenten darüber, dass Du eventuell während der Studienveranstaltung Blutzucker messen oder etwas Traubenzucker zu Dir nehmen musst. Ein veränderter Tagesrhythmus und akuter Stress im Studium können Deinen Blutzuckerspiegel beeinflussen. Vor allem in Prüfungssituationen kann das zu Problemen führen. Lösungsansätze stellen wir Dir nachfolgend vor.

Diabetes im Studium: Studentin spritzt Insulin in der Zeit nach der Vorlesung

Anlaufstellen für Studierende mit Diabetes

Diabetes ist in Deutschland weit verbreitet und wird deshalb oft als „Volkskrankheit“ bezeichnet – etwa sechs Millionen Menschen leben in Deutschland mit der chronischen Stoffwechselkrankheit.[i] Daher existieren zahlreiche Beratungsstellen, an die Du Dich mit Fragen wenden kannst. An diesen Stellen findest Du Unterstützung bei Versicherungsfragen sowie bei der Bewältigung von studienspezifischen Problemen.

Die Deutsche Diabetes Hilfe informiert zum Beispiel darüber, dass Diabetiker den Grad ihrer Beeinträchtigung feststellen lassen können. Je nach Schwere der Krankheit besteht die Möglichkeit, Nachteilsausgleiche geltend zu machen.

Auch der Deutsche Diabetiker Bund bietet Rechtsberatung, vor allem in Versicherungsfragen und in Hinblick auf Rechtsfragen, zum Beispiel bei Bewerbungen. Zudem listet der Verein regionale Beratungsangebote auf seiner Webseite.

Chronische Krankheiten im Studium: Studentin mit Zuckerkrankheit

Lösungen für Studierende mit chronischen Erkrankungen

In den meisten Fällen sind chronische Krankheiten wie CED, Rheuma oder Diabetes nicht auf den ersten Blick sichtbar. Jedoch erschweren die Erkrankungen den Betroffenen den Studienalltag oftmals erheblich. Bei Krankheiten, die verstärkt in Schüben auftreten, kann es sogar zu längeren Fehlzeiten kommen. Nachfolgend wollen wir Dir erläutern, welche Möglichkeiten für Studierende mit chronischen Krankheiten bestehen, um krankheitsbedingte Benachteiligungen zu kompensieren.

Nachteilsausgleiche für Studierende mit chronischen Krankheiten

Studierende mit chronischen Krankheiten haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Nachteilsausgleiche. Um diesen Anspruch geltend zu machen, musst Du den Nachweis erbringen, dass es sich bei Deiner Krankheit um eine langfristige gesundheitliche Beeinträchtigung handelt. Dazu benötigst Du eine Beglaubigung, die beispielsweise als ärztliches Attest oder Behandlungsbericht vorliegen kann. Ein Schwerbehindertenausweis oder die Stellungnahme des Behindertenbeauftragten können den Antrag unterstützen.

Zusätzlich musst Du darlegen, wie und in welchen Bereichen des Studiums eine Benachteiligung besteht. Erschwert Deine Krankheit nachweislich das Schreiben, hast Du beispielsweise Anspruch auf eine Schreibzeitverlängerung. Auch notwendige Pausen zur Medikamenteneinnahme können Dir angerechnet werden. Folgende Maßnahmen zur Prüfungserleichterung werden häufig eingesetzt:

  • Schriftliche Klausuren: Verlängerung der Schreibzeit
  • Mündliche Prüfungen: Verlängerung der Vorbereitungszeit
  • Haus- und Abschlussarbeiten: Verlängerung der Bearbeitungsfristen
  • Änderung der Prüfungsform
  • Verschiebung von Prüfungsterminen
  • Krankheitsbedingte Prüfungsrücktritte werden bei Härtefallregelungen nicht gezählt
  • Fristverlängerung zur Prüfungsanmeldung

Informiere Dich zu Fristen und Formalien im Prüfungsamt Deiner Hochschule oder suche den Behindertenbeauftragten auf. Achte darauf, alle nötigen Unterlagen vollständig zusammenzutragen und Anträge frühzeitig zu stellen. Auch den Prüfer solltest Du gegebenenfalls in Kenntnis setzen.

Krankheitsbedingte Fehlzeiten im Studium

Neben Prüfungssituationen können ebenfalls Benachteiligungen bei der allgemeinen Studienorganisation ausgeglichen werden. An manchen Hochschulen haben Studierende die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wie viele Lehrveranstaltungen sie in einem Semester besuchen möchten. Sind die Studienpläne fest vorgeschrieben, solltest Du Deine Fachstudienberatung aufsuchen. Eventuell kann ein individualisierter Stundenplan erstellt werden, der auf Deine mögliche Arbeitsunfähigkeit Rücksicht nimmt.

Zudem besteht für Studierende mit chronischen Krankheiten die Möglichkeit, zwischen einem Vollzeit- und Teilzeitstudium zu wechseln. Im besten Falle solltest Du die Hilfe der Studienberatung und des Behindertenbeauftragten Deiner Hochschule in Anspruch nehmen, um später im Studium organisatorische Probleme zu vermeiden.

Eine chronische Krankheit kann auch dazu führen, dass Betroffene häufiger bei Präsenzveranstaltungen fehlen, als die vorgeschriebene Anwesenheitspflicht erlaubt. In diesem Fall ist es nötig, dass Du mögliche Ausnahmeregelungen mit Deinem Dozenten absprichst. Unter Umständen werden Dir Skripte zur Nacharbeit zur Verfügung gestellt. Zudem solltest Du den Kontakt zu Kommilitonen aufnehmen, um zusätzliche Mitschriften zu erhalten. In manchen Fällen besteht die Möglichkeit, per Videoübertragung an bestimmten Veranstaltungen teilzunehmen.

Bei längeren krankheitsbedingten Fehlzeiten kann es dazu kommen, dass sich das Studium insgesamt verlängert. Möglicherweise kann bei der Überschreitung der Regelstudienzeit eine Zahlung von Langzeitstudiengebühren erforderlich werden. Für Studierende mit Beeinträchtigung treten oft Härtefallregelungen in Kraft: Die Gebühren können möglicherweise erlassen werden. Ein Nachweis und eine ausführliche Dokumentation der Erkrankung durch ärztliche Gutachten sind dafür erforderlich. Zudem musst Du darlegen, wie Deine Krankheit die Studienzeitverlängerung verursacht hat. Härtefallregelungen sind oftmals mit viel Bürokratie verbunden und schwierig durchzusetzen.

Ratsam ist es daher, eine Unterbrechung des Studiums in Erwägung zu ziehen: Wegen einer chronischen Krankheit kannst Du einen Antrag auf Beurlaubung stellen. Auch in diesem Falle benötigst Du eine ärztliche Bescheinigung, die Deine vorübergehende Studierunfähigkeit belegt. Während eines Urlaubssemesters bist Du weiterhin an der Hochschule immatrikuliert, aber die Unterbrechung wird nicht als offizielles Fachsemester gezählt.

Fazit

Viele Studierende mit chronischen Erkrankungen fühlen sich von Beratungsangeboten, die sich an Menschen mit Behinderung richten, nicht angesprochen. Dadurch entstehen Unsicherheiten im Umgang mit der eigenen Beeinträchtigung. Jedoch bieten Verbände für chronische Krankheiten und die Beratungsstellen der Hochschulen ein breites Spektrum an Informationen, mit denen die Studienorganisation erleichtert werden kann. Als Studierender mit einer chronischen Krankheit hast Du Anspruch auf Nachteilsausgleiche bei der Studien- und Prüfungsorganisation. Zudem kannst Du die Beantragung eines Urlaubssemesters in Betracht ziehen. So kannst Du Rücksicht auf Deine Gesundheit nehmen, ohne Dein Studium aufgeben zu müssen.

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