Sie sind hier: Rund ums Studium Wissenswertes rund ums Studium Studieren mit Beeinträchtigung
Studieren mit Beeinträchtigung – Studieren im Ausland
MENUMENU
MENUMENU
Wissenswertes rund ums Studium - IUBH Fernstudium

Wissenswertes rund ums Studium

Studieren im Ausland mit Beeinträchtigung

Ein Auslandsstudium hat viele Vorteile, sowohl für Deine berufliche Zukunft als auch für Deine persönliche Entwicklung. Zumindest ein Semester an einer ausländischen Hochschule zu verbringen, ist für viele Studierende ein Traum. Manche Studiengänge machen ein Auslandssemester sogar zum festen Bestandteil des Studienplans. Für Studierende mit Beeinträchtigung gibt es in der Planung und Finanzierung eines Auslandsstudiums einige Herausforderungen zu meistern. Von diesen scheinbaren Hürden solltest Du Dich jedoch keinesfalls abschrecken lassen: Mit der richtigen Vorbereitung und Beratung wird der Auslandsaufenthalt zu einem Höhepunkt in Deiner akademischen Laufbahn. In diesem Artikel informieren wir Dich über wichtige Schritte in der Organisation und stellen Ansprechpartner vor. Zudem zeigen wir Möglichkeiten zur Finanzierung des Auslandsstudiums.

Hier erfährst Du, dass

  • Dein Auslandsstudium über Auslands-BAföG und Stipendien finanziert werden kann.
  • die Möglichkeit besteht, für einen Auslandsaufenthalt Hilfsmittel und Assistenzen zu beantragen.
  • auch an den meisten ausländischen Hochschulen Nachteilsausgleichregelungen gelten.
Auslandsstudium – Junge Frau im Rollstuhl am Flughafen

Formen des Auslandsstudiums

Ein Auslandsaufenthalt kann auf unterschiedliche Arten ins Studium integriert werden. Es besteht die Möglichkeit, ein Teil- oder Vollstudium im Ausland zu absolvieren. Bei einem Teilstudium verbringst Du nur eine begrenzte Zeit an einer ausländischen Hochschule, oft in Form eines Auslandssemesters oder Auslandsjahrs. Auf diese Weise sammelst Du neue Erfahrungen, baust Deine Sprachkenntnisse aus und kannst unterschiedliche Studienangebote wahrnehmen. Ein Teilstudium kann über universitäre Austauschprogramme oder privat als Freemover organisiert werden.

Eine längere Verpflichtung stellt ein Vollstudium im Ausland dar. Das bedeutet, dass Du etwa ein Bachelor-, Master- oder Promotionsstudium vollständig im Ausland abschließt. Die Kosten eines Vollstudiums im Ausland sind daher umfangreicher: Förderungsmöglichkeiten durch Auslands-BAföG bestehen nur innerhalb der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz. Entsprechende Zulassungs- oder Spracheignungstests können erforderlich sein.

Ein Auslandsstudium kann zudem in Form eines Fern- oder Onlinestudiums organisiert werden, selbst wenn das nicht der klassischen Vorstellung eines Auslandsaufenthaltes entspricht. Im Rahmen eines solchen Studiums würdest Du die ausländische Hochschule nur virtuell besuchen.

Ansprechpartner und Beratungsstellen

Bei der Planung Deines Auslandsstudiums solltest Du zunächst die Beratungsstelle Deiner Heimathochschule aufsuchen. Im Akademischen Auslandsamt beziehungsweise im International Office kannst Du den ersten Kontakt zu Partner-Hochschulen knüpfen und verfügbare Förderprogramme kennenlernen. Viele Beratungszentren bieten Unterstützung bei der Organisation Deines Auslandsaufenthalts an:

  • Wohnungssuche: Vermittlung einer barrierefreien Unterkunft
  • Mobilität: barrierefreier Nahverkehr und behinderungsgerechte Hochschulgebäude
  • Finanzierung: Anträge auf Zuschüsse für entstehende Mehrkosten

Ein nützlicher Ratgeber für Studierende mit Beeinträchtigung wird von der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks bereitgestellt. Das Handbuch „Studium und Behinderung“ gibt Hinweise zur Finanzierung des Auslandsstudiums und listet mögliche Beratungsstellen.

Eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zum Auslandsstudium ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Nennenswert sind die detaillierten Länderinformationen des DAAD, die folgende Aspekte abdecken: Stipendienprogramme, Zulassungsvoraussetzungen und Studiengebühren. Umfassende Informationen bietet die Internetpräsenz des DAAD, aber Du kannst Dich auch individuell beraten lassen:

 

Deutscher Akademischer Austauschdienst (Zentrale)

Telefon: +49 (228) 882-0
Mail: postmaster@daad.de

Bei Fragen, welche die Fördermöglichkeiten für Studierende mit Behinderung betreffen, kannst Du Dich an diversity@daad.de wenden. Wenn Du im europäischen Ausland studieren möchtest, solltest Du die Webseite der European Agency for Development in Special Needs Education oder die Datenbank MappED besuchen. Das allgemeine Informationszentrum des ERASMUS-Programms kann Dir ebenfalls Auskünfte über Sonderfördermittel für Studierende mit Beeinträchtigung geben:

ERASMUS+

Telefon: 0800 - 2014 020 (Dienstag – Donnerstag: 9:30 bis 12:00 Uhr)
Mail: erasmus@daad.de

Die Beratungsstellen informieren Dich über Studienmöglichkeiten, Förderprogramme, mit denen Du Deinen Auslandsaufenthalt finanzieren kannst, sowie bei Versicherungsfragen. Erfahrungsberichte sind eine weitere wichtige Informationsquelle. Von anderen Studierenden mit Beeinträchtigungen kannst Du so aus erster Hand erfahren, wie die Studien- und Lebensbedingungen Deines Ziellandes tatsächlich aussehen.

 

Organisation eines Auslandsstudiums mit Beeinträchtigung

Studieren im Ausland ist ein reizvolles, aber komplexes Unterfangen. Organisatorische Fragen solltest Du deshalb möglichst frühzeitig klären. Stelle Anträge auf Prüfungserleichterung und informiere Dich, welche nötigen Hilfsmittel Du vor der Anreise beantragen kannst. Beeinträchtigungsbedingte Zusatzkosten solltest Du rechtzeitig kalkulieren.

Vorab solltest Du Dich über folgende Aspekte Deines gewünschten Auslandsstudiums informieren:

  • In welchem Land möchtest Du Dein Auslandssemester/Auslandsjahr verbringen?
  • Welche Studienprogramme möchtest Du wahrnehmen?
  • Welche Möglichkeiten zur Prüfungserleichterung und welche Hilfsmittel gibt es vor Ort?
  • Wie werden Nachteilsausgleiche im Zielland geregelt?
  • Musst Du eine Auslandskrankenversicherung abschließen?
Studieren im Ausland – Studentin mit Beeinträchtigung in Studiengruppe

Krankenversicherung im Ausland

Bleibst Du bei Deinem Auslandsstudium innerhalb der EU oder im EWR, bist Du weiterhin über die gesetzliche Krankenversicherung versichert. Mit einigen anderen Staaten wie der Schweiz besteht ein Sozialversicherungsabkommen.[i] Auch in diesem Falle ist Dein Krankenversicherungsschutz garantiert. In Staaten, mit denen kein solches Abkommen geschlossen wurde, erbringt die gesetzliche Krankenversicherung keine Leistungen. Möchtest Du im außereuropäischen Ausland studieren, benötigst Du eine private Auslandskrankenversicherung. Lass Dich zu diesen Fragen von Deinem behandelnden Arzt oder Deiner Krankenversicherung beraten.

Informiere Dich vorab über die Konditionen und Deckungssummen Deiner Versicherung, eventuell auch bei Krankenversicherungen des Ziellandes. Verschaffe Dir Sicherheit darüber, ob die Kosten für regelmäßige Arztbesuche, Therapien oder Medikamente von den Krankenkassen übernommen werden, wenn Du im Ausland studieren möchtest.

 

Beeinträchtigungsbedingte Zusatzkosten

Neben Reisekosten und anfallenden Studiengebühren müssen Studierende mit Beeinträchtigung oft mit behinderungsbedingten Zusatzkosten rechnen. Das betrifft nicht nur technische Hilfsmittel wie Screenreader oder Hörgeräte, um Nachteile im Studium zu kompensieren. Im alltäglichen Leben können Mehrkosten entstehen, deren Finanzierung einen wichtigen Aspekt der Vorbereitung ausmacht. Die Eingliederungshilfe, die solche Kosten für gewöhnlich deckt, kann unter bestimmten Voraussetzungen bei einem Auslandsstudium gezahlt werden[i]: Dein Studium darf sich durch den Auslandsaufenthalt nicht wesentlich verlängern. Unvertretbare Mehrkosten sollen ebenfalls vermieden werden. Es liegt im Ermessen des Leistungsträgers, ob Dein Antrag bewilligt wird. Melde Dich deshalb frühzeitig bei den zuständigen Trägern der Sozialhilfe und begründe Dein Anliegen. In den meisten Fällen genügt die Begründung, dass sich Deine Berufsaussichten durch den Auslandsaufenthalt verbessern können.

Als Studierender mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit hast Du die Möglichkeit folgende Hilfsmittel und -leistungen zu beantragen:

  • Barrierefreie Unterkunft
  • Physiotherapie
  • Spezielle Hygieneartikel
  • Mobilitätshilfen

Beachte, dass an manchen Universitäten die Nebengebäude nicht barrierefrei sein können, obwohl die Hochschule insgesamt so ausgeschrieben ist. Vor allem in englischsprachigen Ländern sind aber meist barrierefreie Zugänge verfügbar – das betrifft Behindertenparkplätze, Aufzüge und Behinderten-WCs.

Auch Studierende mit Sinneseinschränkungen haben einen Anspruch auf Studienassistenzen in Form von technischen Hilfen – oder anderenfalls Vorlesekräfte beziehungsweise Kommunikationsassistenzen. Informiere Dich vorab, welche Hilfsmittel Du an Deiner Zielhochschule in Anspruch nehmen kannst. Technische Hilfsmittel wie Screenreader solltest Du vor der Abreise beantragen. Außerdem solltest Du folgende Aspekte beachten: In manchen Ländern gelten für Studierende mit Sehbeeinträchtigung gesonderte Ausleihbedingungen in Universitätsbibliotheken. Viele Hochschulen stellen mittlerweile Dokumente im Internet zur Verfügung, die barrierefrei gestaltet sind. Für hörgeschädigte Studenten, die ein Hörimplantat nutzen, besteht an vielen Universitäten die Möglichkeit, in Vorlesungsräume mit Hörschleife zu kommen.

Studierende mit chronischen Krankheiten sollten bereits vor Abreise ihre medizinische Versorgung abklären. Während einer längeren Reise musst Du Deine Medikamente griffbereit haben. Bei Sicherheitskontrollen am Flughafen oder bei der Einreise solltest Du ein ärztliches Attest besitzen, das Deinen Medikamentenbedarf bestätigt. In bestimmten Fällen kannst Du Medikamente, die in Deinem Zielland nicht verfügbar sind, liefern lassen. Beachte dazu die Zollvorschriften. Studierende mit Depressionen sollten sich informieren, welche Angebote für psychosoziale Beratung es an ihrer Zieluniversität gibt. Eine eigenständige Recherche und ein Beratungsgespräch beim Hausarzt sind in der Vorbereitung ratsam.

Finanzierungsmöglichkeiten für ein Auslandsstudium

Finanzierungsmöglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt müssen früh erwogen werden. Daher ist es empfehlenswert, mit der Planung mindestens zehn bis zwölf Monate vor der gewünschten Anreise zu beginnen. Für die Beantragung von Auslands-BAföG und Auslandsstipendien solltest Du genügend Zeit einplanen. Es kann vorkommen, dass die bewilligten Zahlungen erst eintreffen, wenn Du Deinen Auslandsaufenthalt bereits angetreten hast. Einige Studierende greifen für die Organisation eines Auslandsstudiums auf eigene Ersparnisse zurück. Vor allem bei längeren Aufenthalten und größeren Mehrkosten ist eine finanzielle Unterstützung, beispielsweise durch Auslandsstipendien, die beste Lösung. Viele Studierende greifen dabei auf die Fördermöglichkeiten von ERASMUS+ oder des DAAD zurück. Vor allem Studierende mit Beeinträchtigung können von den Sonderfördermöglichkeiten dieser Organisationen profitieren.

Eine Möglichkeit, Dein Auslandsstudium teilweise oder sogar vollständig zu finanzieren, ist die Beantragung von Auslands-BAföG. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden[i]:

  • Die Mindestdauer des Studienaufenthalts beträgt sechs Monate.
  • Studienleistungen müssen anrechenbar sein.
  • Du musst als Vollzeitstudent an der ausländischen Hochschule eingeschrieben sein.

Wenn Du im europäischen Ausland (EU, EWR oder Schweiz) studierst, kann Dein gesamter Studienaufenthalt durch Auslands-BAföG gefördert werden. Die notwendigen Studiengebühren werden für maximal ein Jahr bis zu einem Betrag von 4.600 Euro pro Studienjahr gedeckt. Außerhalb Europas kann Dein Auslandsstudium insgesamt nur über die Dauer eines Jahres finanziert werden.

Wichtig: Die Leistungen des Auslands-BAföG beinhalten einen Reisekosten- und Krankenversicherungszuschlag, aber decken keinen behinderungsbedingten Mehrbedarf.

Somit sind Studierende mit Beeinträchtigung oft auf weitere Finanzierungshilfen angewiesen, um ihre medizinische Versorgung und die Deckung von beeinträchtigungsbedingte Mehrkosten zu garantieren. Folgende Möglichkeiten wollen wir Dir hier aufzeigen:

Mit dem ERASMUS-Programm kannst Du im europäischen Ausland studieren und erhältst direkt Unterstützung bei der Vorbereitung Deines Auslandsstudiums. Studienleistungen, die Du im Ausland erbringst, werden unter bestimmten Bedingungen von deiner Heimathochschule anerkannt. Auch Studiengebühren entfallen, wenn Dein Auslandsstudium über das ERASMUS-Programm organisiert wird. Auslandsbedingte Mehrkosten von bis zu 300 Euro pro Monat werden bezuschusst. Außerdem stehen Sonderfördermittel für den Mehrbedarf von Studierenden mit Beeinträchtigung zur Verfügung. Notwendige Anträge findest Du in den Auslandsämtern Deiner Heimathochschule. Fördergelder des ERASMUS-Programms werden bereitgestellt für:

  • Beeinträchtigungsbedingte Zusatzkosten für An- und Abreise
  • Barrierefreie Unterkünfte
  • Technische Hilfsmittel oder personelle Assistenzen
  • Medizinische Betreuungsleistungen, die von anderen Stellen nicht gedeckt werden

Studierende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten können beim Deutschen Akademischen Austauschdienst Zuschüsse für beeinträchtigungsbedingte Mehrkosten stellen, wenn der Auslandsaufenthalt über ERASMUS+ koordiniert wird. Möglich ist eine pauschale Förderung oder ein Zuschuss von maximal 10.000 Euro, der auf Basis der realen Mehraufwendungen berechnet wird. Nur im zweiten Fall ist es erforderlich, dass Du Deinem Antrag eine detaillierte Kostenschätzung beifügst. Anträge auf Fördermittel, die über der Pauschalsumme liegen, musst Du mindestens zwei Monate vor dem Beginn Deines Auslandsaufenthalts bei der zuständigen Stelle des DAAD einreichen. Antragsberechtigt für beeinträchtigungsbedingte Fördermittel sind nur Studierende mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Die Schwerbehinderung muss beispielsweise durch einen Ausweis nachgewiesen werden. Zudem musst Du belegen, dass andere Stellen die Kostenübernahme abgelehnt haben.[i]

Auch andere Stiftungen und Begabtenförderungswerke vergeben für gewöhnlich Auslandsstipendien. Bewerbungen von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten werden dabei besonders berücksichtigt. Zwei Stiftungen, die speziell Stipendien für Studierende mit Beeinträchtigungen vergeben, sind:

Manche ausländischen Hochschulen vergeben Stipendien für internationale Studierende zur teilweisen oder vollständigen Deckung der anfallenden Kosten. Beachte dabei, dass Auslands-BAföG nur mit leistungsbezogenen Stipendien kombiniert werden kann.

Fazit

Viele Studierende mit Beeinträchtigung fühlen sich von der umfangreichen Planung und den Finanzierungsfragen eines Auslandsstudiums abgeschreckt. Hilfe kannst Du jedoch an vielen Stellen erhalten: Vom Auslandsamt Deiner Hochschulen bis zu den Beratungsstellen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gibt es viele Informationszentren, die Dich bei organisatorischen Fragen unterstützen. Dein Auslandsstudium kannst Du über Auslands-BAföG sowie Sonderfördermittel und Stipendien finanzieren. Beachte dabei, dass zusätzliche Gelder für anfallende Mehrkosten oft gesondert beantragt werden müssen. Informiere Dich frühzeitig über die Bedingungen im gewünschten Zielland und die Fristen zur Stellung von Anträgen. Mit der Organisation eines Auslandsaufenthaltes solltest Du am besten ein Jahr im Voraus beginnen. Wende Dich an die verantwortlichen Beratungsstellen – so wird Dein Auslandsstudium ein Erfolg.

Studieren im Ausland mit Behinderung – Studentin im Rollstuhl

Auszeichnungen, Akkreditierungen und Zertifizierungen

Logo - CHEranking - IUBH Fernstudium
Logo - Fibaa - IUBH Fernstudium
Logo - Wissenschaftsrat - IUBH Fernstudium
Logo - Zuf - IUBH Fernstudium
Logo - Tedqual - IUBH Fernstudium
Logo - Hsd - IUBH Fernstudium