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Studieren mit Beeinträchtigung – Depressionen im Studium
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Wissenswertes rund ums Studium - IUBH Fernstudium

Wissenswertes rund ums Studium

Informationen für Studierende mit Depressionen

Immer mehr Studierende geben an, dass sie in ihrem Studium durch eine psychische Erkrankung beeinträchtigt sind. Laut Ärzte-Report waren im Jahr 2016 deutschlandweit 470.000 Studierende von einer psychischen Diagnose betroffen. Im folgenden Artikel gehen wir auf die ersten Anzeichen von Depressionen ein und erläutern wie die Krankheit verlaufen und welchen Einfluss dies auf das Absolvieren eines Studiums haben kann. Außerdem stellen wir Hilfestellen für Betroffene und deren Angehörige vor.

Hier erfährst Du, dass

  • sich psychische Erkrankungen studienerschwerend auswirken
  • Du auch bei Depressionen oder anderen psychischen Krankheiten ein Recht auf Nachteilsausgleich im Studium hast
  • Du Dich an verschiedene Institutionen wenden kannst, um Unterstützung zu erhalten
Studentin leidet an Depressionen

Definition und Anzeichen von Depressionen

Das Wort Depression stammt vom lateinischen „deprimere“ und heißt so viel wie „niederdrücken“. Im medizinischen Sinne gehört die Depression zu den affektiven Störungen, einer Gruppe psychischer Störungen. Sie bezeichnet eine Erkrankung des Gefühls- und Gemütslebens. Depressionen gehen mit einer permanenten Traurigkeit und Antriebslosigkeit einher. Laut Bundesgesundheitsministerium gehören Depressionen zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Krankheiten in Deutschland.[i]

Anzeichen für eine Depression können folgende sein:

  • Antriebslosigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Bedrückte Stimmung
  • Negative Gedanken
  • Schuldgefühle
  • Vermindertes Selbstwertgefühl

Nicht nur die Gefühlslage ist bei einer Depression betroffen: Auch körperliche Einschränkungen können Symptome sein.

  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen

Wenn Du bei Dir mehrere dieser Anzeichen über einen längeren Zeitraum feststellst, solltest Du Dir professionelle Hilfe holen. Die Deutsche Depressionshilfe bietet einen Selbsttest als Hilfestellung an. Der Fragebogen zur Stimmungs- und Gefühlslage findet auch bei Ärzten Verwendung und wird auf der Website anonym ausgewertet.

Möglicher Krankheitsverlauf bei Depressionen

Jeder hat Phasen in seinem Leben, in denen nicht alles so läuft, wie er es gerne hätte. Private Enttäuschungen oder eine stressige Woche im beruflichen Leben führen manchmal zu einer gewissen Unzufriedenheit. Im Volksmund werden Menschen mit Schwankungen im Befinden oft als depressiv bezeichnet. Beherrscht diese negative Gefühlslage allerdings das komplette Leben und beeinflusst die Lebensqualität, so spricht man im medizinischen Sinne von einer Depression.

Ursachen für eine Depression können sowohl genetisch als auch von äußeren Faktoren beeinflusst sein. Bereits in der Jugend gibt es bei Betroffenen oft die ersten Anzeichen einer psychischen Erkrankung. Häufig sind Änderungen der Lebensumstände ein Auslöser, beispielsweise auch die Aufnahme eines Studiums. Psychische Beeinträchtigungen stellen sich überdurchschnittlich häufig erst nach Studienbeginn ein.[i, Seite 23] Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich von Person zu Person hinsichtlich der Ausprägung und der Länge einzelner depressiver Phasen und kann nicht pauschalisiert werden.

Wichtig ist, dass die permanente Niedergeschlagenheit der Betroffenen von sich selbst aber auch von Angehörigen als ernstzunehmende Erkrankung angesehen wird. Freudlosigkeit und Traurigkeit dürfen nicht als Reaktion auf bestimmte Lebensumstände gesehen werden, sondern als Symptome der Krankheit. Mit Hilfe von Psychotherapien und gegebenenfalls zusätzlich Medikamenten lässt sich eine Depression behandeln.

Depressionen Studium: Mutter tröstet Tochter und spricht mit ihr über ihre Ängste

Einfluss von Depressionen auf ein Studium

Eine Hürde für Betroffene ist insbesondere zu wenig Aufklärung in der Gesellschaft. Psychische Erkrankungen werden oft nicht ernst genommen. Studierende fühlen sich unverstanden und haben Angst vor Diskriminierungen. Aus diesem Grund möchten sie sich nicht outen und versuchen ihre Krankheit zu verstecken. Bei nur 6 Prozent der Studierenden mit Beeinträchtigung ist diese für Dritte wahrnehmbar.[i, Seite 13]

In einer Umfrage des Deutschen Studentenwerkes wurden Studierende mit Beeinträchtigungen befragt, inwieweit diese sich auf ihr Studium auswirken. Dabei gaben 4 Prozent an, dass sich ihre Mobilitätsbeeinträchtigung studienerschwerend auswirkt. Hingegen 47 Prozent der Studierenden mit Beeinträchtigung gaben an, dass sich ihre psychische Erkrankung am stärksten auf das Studium auswirkt.[ii]

Unter Depressionen leidender Student sitzt gestresst in der Bibliothek

Je nach Schwere der Krankheit können einzelne Episoden der Depressionen mehrere Monate andauern. Durch den Stress und Leistungsdruck im Studium wird das Krankheitsbild oft noch verschlimmert. In manchen Fällen ist eine stationäre oder teilstationäre Behandlung der psychischen Erkrankung unumgänglich. Solche krankheitsbedingten Ausfälle während des Studiums bedürfen einer Klärung.

Je nach Hochschule ist unter gewissen Umständen eine Beurlaubung im Studium möglich. Wichtige Gründe sind beispielsweise Kindererziehung sowie das Auftreten einer Schwangerschaft oder einer Krankheit. Auskünfte zum Beurlaubungsverfahren erhältst Du im Studierendensekretariat Deiner Hochschule. Zur Beratung kannst Du auch die Sozialberatung Deines örtlichen Studentenwerkes nutzen oder den Behindertenbeauftragten Deiner Hochschule zu Rate ziehen.

Finanziell zu beachten ist, dass Du bei einer Unterbrechung des Studiums von mehr als 3 Monaten nach dem BAföG nicht mehr als förderungsfähig giltst. Bei weniger als 3 Monaten bleibt der BAföG-Anspruch bestehen. Dauert eine Erkrankung länger als 6 Monate, so ergeben sich Ansprüche auf ALG II.

Nicht nur körperlich behinderte Studierende haben einen Anspruch auf Nachteilsausgleich. Wenn Du eine psychische Erkrankung hast und diese sich unmittelbar auf Dein Studium auswirkt, kannst auch Du einen Nachteilsausgleich beantragen. Stelle den Antrag rechtzeitig und erläutere genau, welche Beeinträchtigung sich studienerschwerend auswirkt und welche Benachteiligung Du gegenüber Kommilitonen hast. Belege Deine psychische Erkrankung durch gesonderte Nachweise und Atteste von Ärzten oder psychologischen Psychotherapeuten. Nachteilsausgleiche sind von Person zu Person unterschiedlich und immer Einzelfallentscheidungen. Der Beauftragte für die Belange Studierender mit Behinderung und chronischen Krankheiten kann Dich zum Thema „Nachteilsausgleich mit psychischer Erkrankung“ beraten und unterstützen.

Hilfestellungen: Psychische Krankheiten während des Studiums bewältigen

Aus Angst vor Diskriminierung scheuen sich viele Studierende, sich zu ihrer Erkrankung zu bekennen. Es gibt unterschiedliche Anlaufstellen, an die Du Dich wenden kannst, wenn Du seelische Probleme hast. Die individuellen Beratungen gehen auf Deine persönliche Situation ein und behandeln alles Besprochene vertrauensvoll. Folgende Hilfestellen kannst Du nutzen:

Hausarzt

Dein Hausarzt ist Dein Ansprechpartner, wenn Du das Gefühl hast, dass mit Deinem Gemütszustand etwas nicht stimmt. Mit ihm kannst Du über Deine Sorgen und Ängste sowie einhergehende körperliche Veränderungen sprechen. Dein Hausarzt kennt Dich und wird angemessene Maßnahmen für Deine Situation empfehlen.

 

Telefonseelsorge

Ehrenamtliche Mitarbeiter bieten Seelsorge für Menschen in Not- und Krisensituationen. Die Telefonseelsorge ist kostenfrei und anonym. Sie wird sowohl telefonisch unter den Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222, per E-Mail oder als Chat angeboten.

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Sozialpsychologischer Dienst

Regionale Sozialpsychologische Dienste beraten Menschen mit psychischen Problemen und bieten individuelle Hilfestellungen. Die Beratungsstellen unterliegen in den meisten Bundesländern den kommunalen Gesundheitsämtern.

 

Selbsthilfegruppen

Eine Selbsthilfegruppe unter Studierenden im Allgemeinen bietet Betroffenen ein soziales Netzwerk zum Erfahrungsaustausch. Innerhalb der Gruppe können Studierende über ihre Ängste und Probleme im Studienalltag sprechen, Erfahrungen austauschen und gegenseitige emotionale Unterstützung leisten.

Das Angebot der Selbsthilfegruppe HOPES („Hilfe und Orientierung für psychisch erkrankte Studierende“) richtet sich an Hamburger Studierende mit schweren psychischen Krisen. HOPES bietet Gruppen- und Einzelberatungen an und berät zu einer realistischen Semesterplanung beispielweise nach einem längeren Klinikaufenthalt. Auch in anderen Universitätsstädten wie Dresden, Bamberg und Leipzig haben sich HOPES-Selbsthilfegruppen nach dem Hamburger Vorbild gegründet und unterstützen Studierende mit psychischen Erkrankungen im Studienalltag.

 

Deutsche Depressionshilfe

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet Informationen und Hilfsangebote für Betroffene und deren Angehörige. Sie bietet ein Info-Telefon unter 0800 / 33 44 533 (Erreichbarkeit Mo, Di, Do: 13 – 17 Uhr; Mi, Fr: 8:30 – 12:30 Uhr).

 

Psychologische Beratung der Studentenwerke

Das Deutsche Studentenwerk informiert hier im Allgemeinen über die psychologischen Beratungsleistungen, welche in den meisten Studentenwerken vor Ort angeboten werden.

Vorteile eines Fernstudiums für Studierende mit psychischen Erkrankungen

Wenn Du Dich in vollen Hörsälen unwohl fühlst und Du Dir Dein Studium lieber selbst einteilen möchtest, ist ein Fernstudium die richtige Wahl für Dich. Hier kannst Du Dir Dein Tempo selbst einteilen und Dein Studium im eigenen Rhythmus realisieren. Beim Fernstudium hast Du nicht den Druck, zu bestimmten Zeiten Vorlesungen oder Seminare besuchen zu müssen. Durch die freie Zeiteinteilung hast Du die Möglichkeit, Dir Deinen Alltag etwas weniger stressig zu gestalten. Ein Fernstudium nimmt Dir den Druck und kann sich so positiv auf Deine psychische Gesundheit auswirken. Auch ein Fernstudium lässt sich in Teilzeit absolvieren.

Fazit

Solltest Du während Deines Studiums feststellen, dass Du oft niedergeschlagen und antriebslos bist und weitere Anzeichen einer Depression bemerken, solltest Du zur Abklärung unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. Professionelle Gesprächstherapien können Dir helfen. Mit dem Behindertenbeauftragten Deiner Hochschule oder durch eine studentische Selbsthilfegruppe kannst Du Dir Unterstützung für Deinen Studienalltag holen. Habe keine Scheu, Dich Anderen anzuvertrauen und Hilfe anzunehmen – dann kannst Du auch mit einer psychischen Erkrankung Dein Studium meistern.

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